Shisha: Harmloser Wasserdampf oder gesundheitsschädlich?

Wasserpfeife rauchen ist derzeit ein populärer Trend, besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Doch wie gesundheitsschädlich ist die Shisha?

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Jugendliche rauchen gemeinsam Shisha

Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird das Rauchen von Wasserpfeifen immer beliebter. Laut einer repräsentativen Befragung der DAK und dem Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) von 7.000 Schülern der fünften bis zehnten Klassen aus sechs Bundesländern haben bereits 22 Prozent der Befragten schon einmal Tabak aus einer Wasserpfeife geraucht. Sechs Prozent der Befragten rauchen sogar regelmäßig Shisha, also wenigstens einmal im Monat. Mit steigendem Alter stieg zudem der Anteil an Wasserpfeifen-Konsumenten. So hatte in der zehnten Klasse fast jeder Zweite bereits Shisha-Erfahrungen.

Die fruchtigen Aromen des Tabaks lassen die Wasserpfeifen harmloser wirken. Allerdings trügt der Schein und vielen Wasserpfeifenrauchern sind sich der Gesundheitsgefahren nicht bewusst.

Alles andere als harmlos

Denn Rauch von Wasserpfeifen und Zigaretten weist die gleichen krankmachenden Substanzen auf: Nikotin, Teer sowie Kohlenmonoxid. Teilweise kommen einige Schadstoffe wie Nikotin oder Kohlenmonoxid im Wasserpfeifenrauch sogar in größeren Mengen vor als im Zigarettenrauch.

Zwar kann das Rauchverhalten eines Zigarettenrauchers, welcher täglich 20 Zigaretten raucht, als kritischer eingestuft werden, als das einer Person, die ein bis zweimal pro Woche Wasserpfeife raucht, dennoch bestehen für beide Raucher nach aktuellem Kenntnisstand ähnliche gesundheitliche Gefahren.

So kann ein langjähriger Wasserpfeifenkonsum also ebenfalls zu Lungenschäden und Tumoren in der Lunge, der Mundhöhle oder der Harnblase führen. Zudem steigt das Risiko, ähnlich wie beim Rauchen von Zigaretten, für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Frauen, die während der Schwangerschaft Wasserpfeife rauchen, gefährden außerdem das ungeborene Kind.

Übrigens: Steht auf den Verpackungen des Wasserpfeifentabaks ein Slogan wie „Enthält 0 g Teer“ so ist dies irreführend. Zwar mag der Tabak keinen Teer enthalten, dennoch entsteht dieser bei der Verbrennung oder der Verschwelung des Tabaks –genauso wie bei Zigaretten. Grund für die ungenaue Deklarierung sind bislang fehlende standardisierte Vorschriften und Parameter für die Messung des Schadstoffgehalts im Wasserpfeifenrauch und -tabak.

Auch Wasserpfeifen können süchtig machen

Für die Suchtwirkung von Wasserpfeifen und Zigaretten ist das im Tabak enthaltene Nikotin verantwortlich. Beim Rauchen von Wasserpfeifen wird mehr Nikotin aufgenommen als beim Rauchen von Zigaretten. Somit kann auch das Rauchen von Wasserpfeifen zur Sucht führen.

Feuchthaltemittel stellen weitere gesundheitliche Risiken dar und Aromen verleiten zum Rauchen

Die Zusatzstoffliste des Wasserpfeifentabaks ist lang. So sind nach der Verordnung über Tabak und Tabakerzeugnisse folgende Zusatzstoffe neben dem eigentlichen Tabak erlaubt: Früchte, Essenzen, Säfte, Spirituosen, Sirupe, Öle, Hölzer, Extrakte, Harze, Mehle, Schleime, Metalloxidstäube, Puder, Zellulose, Polymerisate, Zucker oder Glycerin.

Während die Vielzahl an Aromastoffen von Apfel über Karamell, Melone, Rose zu Lakritze das Produkt geschmacklich attraktiver machen soll, dient Glycerin dem Befeuchten des Tabaks.
Im Vergleich zu Zigarettentabak, enthält der Wasserpfeifentabak einen höheren Anteil an Feuchthaltemittel. In Deutschland ist dieser durch die Tabakverordnung  auf 5 Prozent begrenzt. In anderen Ländern, wie beispielsweise Ägypten oder Jordanien, weisen die Tabake sogar bis zu 30 Prozent Feuchthaltemittel auf. Studien des Bundinstituts für Risikobewertung zeigten, dass Glycerin vom Raucher mit aufgenommen wurde und zu Reizungen oder Veränderungen der Nasen- und Kehlkopfschleimhaut führte.

In den vergangenen Jahren wurden in Deutschland mehrere Tabakproben beanstandet, die einen zu hohen Anteil an Feuchthaltemitteln aufwiesen.

Wasserpfeifenkohle ebenfalls nicht unbedenklich

Im Gegensatz zur Zigarette wird der Wasserpfeifentabak nicht direkt verbrannt, sondern bei geringeren Temperaturen verschwefelt. Hierfür wird eine spezielle Wasserpfeifenkohle verwendet, welche ebenfalls zur Rauchentwicklung beiträgt. Während der Kohleverbrennung entstehen somit zusätzlich hohe Mengen an Kohlenmonoxid, Benzol und Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs), die ebenfalls vom Raucher inhaliert werden.

Infektionsgefahr - Aufgepasst bei den Mundstücken

Da Wasserpfeifen meistens von mehreren Personen gleichzeitig benutzt werden, ist es durchaus möglich, sich mit ansteckenden Krankheiten wie etwa Herpes, Gelbsucht (Hepatits) oder der Lungenkrankheit Tuberkulose zu infizieren. Durch die Verwendung von Einmal-Mundstücken kann das Ansteckungsrisiko minimiert werden. Allerdings nicht vollständig. Denn potenziell schädliche Bakterien sitzen auch in den Gummischläuchen der Wasserpfeifen. Diese bilden aufgrund von Feuchtigkeit und Wärme eine exzellente Brutstätte für derlei Keime.

Fazit

Wasserpfeife rauchen ist nicht weniger schädlich als Zigarette. Dies gilt ebenfalls für die Passivrauchbelastung. Hilfe bei der Raucherentwöhnung bietet zum Beispiel die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung an.

Wichtig: Vor allem Schwangeren und Personen mit Herzkreislauferkrankungen sollten, aufgrund des Kohlenmonoxid- und Nikotingehalts, vom Wasserpfeifenkonsum absehen.

Stand: August 2018