Schwitzen – Aber richtig!

Gerade im Winter geht mancher gerne in die Sauna, um die Abwehrkräfte des Körpers zu stärken und damit die Gesundheit zu fördern. Doch Gelegenheitsgänger muten ihrem Körper oft zu viel zu. Was ist beim Saunagang zu beachten?

RS9602_Leute in der Sauna © Kzenon - Fotolia.com_.jpg

Menschen in der Sauna

Eiseskälte und Minustemperaturen. Bei diesem kalten Wetter freut man sich auf eine warme Stube. Oder die Sauna. Letztere ist nicht nur für das Wärmegefühl gut, sondern auch für die Gesundheit, wenn man einige Verhaltenstipps beachtet. Viele Gelegenheitsgänger übertreiben es nämlich mit dem Saunieren und bleiben oft zu lange in der Sauna oder gönnen dem Körper keine Ruhe. Der positive Effekt ist dann dahin. Damit Ihnen das nicht passiert, fasst VerbraucherFenster-Redakteurin Barbara-Maria Birke für Sie die wichtigsten Fakten zusammen.

Was passiert in der Sauna?

Wer in die Sauna geht, merkt es selbst: Man schwitzt. Die Hitze kurbelt den Kreislauf an, fördert die Durchblutung und regt Immunzellen an. Zwar steigt die Körpertemperatur trotz der starken äußeren Hitze nur leicht an (1-2 Grad). Um die Körpertemperatur aber konstant zu halten, muss der Körper regulieren und Wärme abgeben, sodass man schwitzt. Der Blutfluss verdoppelt sich, die Blutgefäße weiten sich, der Blutdruck sinkt. Gleichzeitig entspannen die Muskeln. Kühlt man sich nach dem Saunagang ab, ziehen sich die Gefäße wieder zusammen, das Blut fließt wieder verstärkt ins Körperinnere, um dort die Wärme zu halten. Der Blutdruck steigt und der Körper schaltet kurzzeitig auf Alarm. Adrenalin und weitere Hormone werden ausgeschüttet und machen den Saunagänger putzmunter.  

Durch Saunieren wird der Kreislauf trainiert und das Immunsystem gestärkt. Zudem profitiert die Haut von der Durchblutung, da sie Sauerstoff und Nährstoffe enthält und die Poren sich öffnen. Der Körper entspannt sich durch die Hitze. Die Schleimhäute der Atemwege erhalten vermehrt Blut. Deswegen ist Saunieren gut, um Erkältungen vorzubeugen, weil auch Nase und Rachen besser durchblutet werden. Wenn Sie allerdings schon eine Erkältung haben, sollten Sie die Sauna meiden. Denn das stresst den Körper zu stark.

Vorsicht bei Erkrankungen

Der Sauna-Besuch ist nicht für alle geeignet. Personen mit Bluthochdruck oder Herzbeschwerden sollten vor dem Sauna-Besuch mit ihrem Arzt abklären, ob der Körper den Belastungen standhält. Er kann prüfen, ob der Kreislauf stabil genug ist, um den Wechsel von Hitze und Kälte zu verkraften. Wenn Sie an Krampfadern leiden, sollten Sie beim Schwitzen nicht sitzen, sondern mit leicht erhöhten Beinen liegen. Das Blut kann dann besser abfließen. Wenn Sie an einer Venenthrombose oder einer Verengung der Hauptschlagader leiden, müssen Sie auf die Sauna verzichten. Auch Personen mit niedrigem Blutdruck sollten Acht geben. Unter der Hitze kann das Blut in den geweiteten Gefäßen versacken, was zum Kollaps führt. Schwangere sollten nur saunieren, wenn sie es gewohnt sind und die Schwangerschaft komplikationslos verläuft. Außerdem kann ihr Kreislauf manchmal verrücktspielen. Mit frischen Wunden oder nach Alkoholkonsum ist die Sauna ebenfalls tabu.

Vorsicht gilt auch für Anfänger, die die Extremtemperaturen in der Sauna noch nicht gewohnt sind. Abendliches saunieren kann ihren Biorhythmus durcheinander bringen, was zu Schlafstörungen und einer vermehrten Ausschüttung von Stresshormonen führt.

Wie sauniere ich richtig?

Sie sollten die Sauna frisch geduscht und trocken betreten. Dann kann die Haut besser schwitzen. Zwei bis drei Gänge pro Sauna-Besuch reichen aus. Der erste Gang sollte ungefähr acht bis zwölf Minuten dauern, der zweite Gang und ein möglicher dritter nicht mehr als 15 Minuten. Es gilt: Lieber kurz und heiß als lang und lauwarm. Vor allem aber so lange, wie sie sich wohlfühlen. Legen Sie keinen übertriebenen Ehrgeiz an den Tag. Das schadet mehr als es nutzt. Am besten halten Sie sich in Rückenlage in der Sauna auf, weil der Körper so in einer Temperaturzone bleibt. Alternativ können Sie sitzen und die Beine anziehen. Um den Kreislauf in Schwung zu bringen, sollten Sie sich gegen Ende des Saunaganges hinsetzen, wenn sie auf einer hohen Ebene gelegen haben auch weiter unten, da der Körper so auf das Aufstehen vorbereitet wird.

Nach dem Saunagang sollten Sie an die frische Luft gehen und sich danach kalt abduschen. Jedoch behutsam. Führen Sie den Duschstrahl vom rechten Fuß übers Bein bis hin zum Arm und dann zur linken Körperseite hinüber. Als letztes duschen Sie die Herzregion ab. Um die Körpertemperatur nach der Abkühlung vollständig zu regulieren, hilft ein warmes Fußbad. Duschgel brauchen Sie nach dem letzten Saunagang nicht verwenden, da die Haut durch das Schwitzen bereits sauber ist.

Dem Körper Ruhe gönnen und trinken

Nach dem Saunagang sollten Sie Ihrem Körper Ruhe gönnen, damit er sich erholen kann. 20 bis 30 Minuten sollten Sie dafür schon einplanen. Innerhalb der drei Gänge können Sie die Intensität der Wärme erhöhen. Um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, der durch das Schwitzen entsteht, sollten Sie in der Ruhephase nach jedem Saunagang viel trinken – am besten Wasser oder Saftschorle. Alkohol ist selbstverständlich tabu. Ruhe und viel Zeit sind für einen Sauna-Besuch also angebracht. Um von dem positiven Effekt zu profitieren, sollten Sie regelmäßig, am besten zweimal pro Woche, in die Sauna gehen.

Stand: Dezember 2019

Damit der Sauna-Besuch förderlich wirkt, hier noch einmal die wichtigsten Tipps auf einen Blick:
  • Bleiben Sie nie länger in der Sauna als dass sie Sich wohlfühlen, denn das schadet mehr als es nutzt. Gerade als Anfänger sollten Sie es nicht übertreiben. Der Körper ist nicht jeden Tag gleich fit.
     
  • Wenn Sie beim Saunieren entspannen wollen, bringen Sie ausreichend Zeit mit. Wenn Sie sich unter Druck setzen und bestimmte Dauern einhalten wollen, stresst das den Körper mehr. Sie sollten mindestens zwei Stunden einplanen und sich nach jedem Saunagang Ruhepausen gönnen.
     
  • Trockene Haut schwitzt schneller als feuchte. Daher sollten Sie sich nach einem Bad oder dem Duschen zunächst abtrocknen, bevor Sie saunieren.
     
  • Bevor Sie Ihren Saunagang beenden, setzen Sie sich aufrecht hin, wenn Sie vorher gelegen haben. Das hilft dem Kreislauf.
     
  • Kühlen Sie sich nach dem Saunagang an der frischen Luft ab oder duschen Sie kalt. Aber achtsam.
     
  • Um die Körpertemperatur nach der Abkühlung vollständig zu regulieren, hilft ein warmes Fußbad.
     
  • Viel hilft nicht viel. Drei Gänge reichen aus. Alles Weitere hat keinen gesundheitlichen Effekt. Um den positiven Effekt zu spüren, sollten Sie ein bis zwei Saunagänge pro Woche machen.
     
  • Klären Sie vor dem Sauna-Besuch, ob Saunieren für Sie möglich ist. Wenn Sie chronisch krank sind, Bluthochdruck oder sonstige gesundheitliche Beschwerden haben, sollten Sie vorher mit ihrem Arzt sprechen. Wenn Sie eine Erkältung oder Grippe haben, sollten Sie die Sauna meiden.
     
  • Trinken Sie viel, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.