Professionelle Zahnreinigung: Was wird gemacht?

Zusätzlich zum täglichen Zähneputzen wird oft eine jährliche professionelle Zahnreinigung - die PZR - empfohlen. Wie sinnvoll ist diese individuelle Gesundheitsleistung (IGeL)?

Frau Zahnarzt Zähne weiss - Lev.studio.x - Freepik.com_.jpg

Frau beim Zahnarzt

Die tägliche Zahnpflege ist wichtig, damit die Zähne gesund und möglichst lange erhalten bleiben. Da Zahnersatz meist teuer ist, fragt sich mancher, ob die eigene Zahnpflege ausreichend ist.

Fördert eine professionelle Zahnreinigung die Zahngesundheit?

Auch wenn man sich regelmäßig, also mindestens zweimal täglich gründlich die Zähne putzt, können sich Beläge bilden. Diese werden als Plaques bezeichnet, die mit der Zeit zu Zahnstein werden. An schwer zugänglichen Stellen wie den Seiten der Backenzähne ist es mit der Zahnbürste kaum möglich, selber Plaque und Zahnstein zu entfernen.

Deshalb bieten viele Zahnärzte eine professionelle Zahnreinigung an. Sie empfehlen, diese ein- oder auch zweimal jährlich durchführen zu lassen mit dem Ziel, Zahnfleischentzündungen und Karies vorzubeugen. Besonders für Menschen mit Parodontitis raten Zahnärzte zu einer professionellen Zahnreinigung, um Beläge unter dem Zahnfleisch zu entfernen und dadurch Entzündungen des Zahnfleisches und damit bedingtem Zahnverlust vorzubeugen. Auch Menschen mit Implantaten wird die professionelle Zahnreinigung empfohlen, um Entzündungen rund um die künstlichen Zahnwurzeln zu vermeiden.

Was wird bei einer professionellen Zahnreinigung gemacht?

Die Krankenkasse übernimmt einmal jährlich die Kosten für die klassische Zahnsteinentfernung. Diese ist jedoch von der Wirksamkeit her nicht mit einer professionellen Zahnreinigung vergleichbar, da letztere mehrere Schritte umfasst.

Zu einer PZR gehören:

  • Reinigen der Zähne: Neben dem Entfernen von Belägen, ob weich oder hart, werden die Zähne an schwer zugänglichen Stellen und am Zahnfleischrand gereinigt. Auch Verfärbungen durch Nikotin, Kaffee oder Tee werden dabei beseitigt.
     
  • Polieren der Zähne: Das Polieren dient dazu, die Zahnoberfläche zu glätten, damit Bakterien nicht so gut anhaften können.
     
  • Fluoridieren der Zähne: Um den Zahnschmelz zu schützen und zu härten, werden die Zähne mit einem fluoridhaltigen Gel oder Lack bestrichen.
  • Beratung: Diese umfasst eine Aufklärung zur Mundhygiene und eine Schulung zum richtigen Zähneputzen.

Die professionelle Zahnreinigung dauert meist zwischen 45 und 60 Minuten.

Was kostet die professionelle Zahnreinigung?

Wie teuer eine professionelle Zahnreinigung wird, hängt vom Aufwand und der Praxis ab. Es lohnt sich also, in der Zahnarztpraxis einen Kostenvoranschlag einzuholen. Meist liegen die Kosten zwischen 80 und 120 Euro.

Da die PZR in die private Gebührenordnung (GOZ) mit der Nummer 1040 aufgenommen ist, muss mit der entsprechenden GOZ-Ziffer abgerechnet werden. Wie bei anderen ärztlichen Leistungen, können mittels Steigerungssatz besondere Schwierigkeiten berücksichtigt werden. Meist wird mit dem 2,3-fachen Steigerungssatz abgerechnet, der bei einer durchschnittlichen Leistung ohne Komplikationen verwendet wird. Ist ein erhöhter Aufwand nötig, kann auch mit dem 3,5-fachen Steigerungssatz abgerechnet werden. Gründe für einen erhöhten Aufwand können sehr stark haftende Beläge, Würgereize, festsitzender Zahnersatz oder anatomische Besonderheiten sein.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Auch wenn die professionelle Zahnreinigung nicht zu den gesetzlichen Kassenleistungen gehört, beteiligen sich viele gesetzlichen Krankenkassen an den Kosten. Sie gewähren hierfür Zuschüsse oder übernehmen im Rahmen von Bonusprogrammen einen Teil der Kosten. Manche gesetzlichen Krankenkassen übernehmen auch die gesamten Kosten. Eine Nachfrage bei der Krankenkasse lohnt sich somit.
Wer eine Zahnzusatzversicherung hat, kann sich freuen, da diese je nach Tarif teilweise oder sogar vollständig die Kosten übernimmt.

Tut die professionelle Zahnreinigung weh?

Je nach Empfindlichkeit kann diese Zahnreinigung als etwas unangenehm empfunden werden. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Zahnhälse freiliegen. Wenn das Zahnfleisch schon gereizt oder entzündet ist, fängt dieses beim Reinigen leichter zu bluten an. Werden Blut verdünnende Medikamente eingenommen,  ist es ratsam, dies vor der Behandlung mitzuteilen.

Zahnschonende Ernährung: wenig Zucker, wenig Säure

Eine PZR ersetzt nicht die tägliche Zahnpflege. Wer nicht mindestens zweimal täglich die Zähne gründlich putzt und Zahnseide oder Bürsten für die Zahnzwischenräume verwendet, kann Zahnschäden bekommen, auch bei jährlicher professioneller Reinigung.

Nach der professionellen Zahnreinigung sind die Zähne heller und sauberer. Zu Verfärbungen kommt es insbesondere durch Nikotin, Rotwein, Kaffee und schwarzen Tee. Um die Zahngesundheit langfristig zu erhalten, ist es auch wichtig, zahnschädigende Risikofaktoren wie Rauchen und zuckerreiche Ernährung zu vemeiden.

Gerade die Bedeutung von Essen und Trinken darf im Hinblick auf die Beeinflussung der Zahngesundheit nicht unterschätzt werden. So liefern Milch und Milchprodukte wie Käse und Joghurt das für die Zähne notwendige Calcium und Phosphor. Fluorid ist in Fisch, Tee und fluoridiertem Speisesalz enthalten und zum Schutz des Zahnschmelzes notwendig. Da die in Cola und Orangensaft enthaltene Säure den Zahnschmelz angreift, sind andere Getränke wie Mineralwasser oder ungesüßter Tee zu bevorzugen. Damit der Zahnschmelz sich nach dem Essen oder Trinken von etwas Saurem wieder festigen kann, sollte man mit dem Zähneputzen mindestens eine halbe Stunde warten.

Wie sinnvoll ist die professionelle Zahnreinigung ?

Nach Ansicht der Krankenkassen kann die Wirksamkeit der professionellen Zahnreinigung nicht mit wissenschaftlichen Studien belegt werden. Wird die PZR nicht richtig ausgeführt, zum Beispiel wenn zu viel Zahnschmelz abgeschliffen wird, können die Zähne auch dadurch geschädigt werden. (fra)

Stand: März 2022