Hochallergene Ambrosiapflanze blüht wieder

Nicht nur Pollenallergiker müssen derzeit beim Spaziergang vorsichtig sein, denn die hochallergene Pflanze Ambrosia blüht ab Juli wieder. Auch Nichtallergiker reagieren bereits auf das Berühren der Blätter mit Juckreiz und Hautrötung.

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Ambrosia

Die hochallergene Pflanze Ambrosia artemisiifolia, auch Traubenkraut oder Beifuß-Ambrosie genannt, breitet sich in Deutschland weiter aus. Auch in Hessen wächst diese Pflanze in immer mehr Gärten, da im Vogelfutter mit Sonnenblumenkernen oft Ambrosiasamen enthalten sind.

Die Ambrosiapflanze wurde vor etwa 150 Jahren von Amerika nach Europa eingeschleppt und gehört zu den stärksten Allergie-Auslösern. Ihr Allergiepotential ist fünfmal höher als das von Gräserpollen.

Ambrosia-Pollen sind hoch allergisch und gesundheitsschädlich

Im Vergleich zu anderen allergenen Pflanzen wie Hasel, Birke oder Gräser beginnt der Pollenflug der Ambrosia erst relativ spät, nämlich im Hochsommer.

Für die meisten Pollenallergiker verlängert sich dadurch ihre Leidenszeit, denn etwa 75 Prozent von ihnen reagieren auch auf Ambrosiapollen allergisch. Schon geringe Mengen können heftige gesundheitliche Folgen haben. Die sind allergische Reaktionen wie Heuschnupfen, Bindehautreizungen und allergisches Asthma. Zudem kann der Saft der Ambrosiapflanze auch Kontaktallergien auslösen, die Symptome wie Juckreiz und Hautrötungen auslösen.

Welche Merkmale weist die Ambrosia-Pflanze auf und wo wächst sie?

Ambrosia braucht Licht, Wärme und ausreichend Niederschläge. Sie wächst bevorzugt auf nackten Böden, offenen Brachflächen, an Straßen- und Bahnrändern, auf Baustellen, Kiesgruben, Schutthalden, Waldrändern und Industriegeländen auf, kann aber auch im heimischen Garten wachsen.

Ambrosia ist eine einjährige Pflanze, die den Winter durch Samen überlebt, die im Zeitraum April bis Mai auskeimen. Nach anfänglich langsamem Wachsen beschleunigt sich dieses ab Mitte Juni erheblich.

An folgenden Merkmalen ist Ambrosia zu erkennen:

  • Buschartiges Wachstum der Pflanze mit meist starker Verzweigung bis zu einer Höhe von 150 cm, meist jedoch zwischen 60 und 120 cm, abhängig von Jahreszeit und Standort.
  • Fein gegliederte Blätter (2-3-fach fiederspaltig), die beidseitig grün sind.
  • Stark behaarter Stängel (vor allem im oberen Bereich), dessen Farbe zunächst grün ist und sich im Laufe der Vegetationsperiode rötlich färbt.
  • Die ährenartigen Blütenstände am Ende langer langen Sprossen werden ab Mitte Juli gebildet.

Die Ambrosia kann mit dem Gemeinen Beifuß verwechselt werden, der weißlich silbrig gefärbte Blattunterseiten und einen unbehaarten glatten Stängel hat und auch bereits im Juni blüht.

Erhöhte Gefährdung während der Blütezeit von Juli bis Oktober

Ambrosia fängt im Juli an zu blühen und hört damit erst bis weit in den Oktober hinein wieder auf. Unerfreulich ist, dass die Pflanze unglaublich große Mengen von Pollen (bis zu 1 Milliarde Pollen/Pflanze) produzieren kann.

Deshalb werden in einigen Pollenflugkalendern auch Angaben zum Flug der Ambrosia-Pollen gemacht, so auch beim Pollenflugkalender des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Verbreitung der Ambrosia verhindern durch Entfernung der Pflanze mit der Wurzel

Eine Pflanze kann 60.000 Samen bilden, die bis zu 40 Jahre lang keimfähig bleiben und mit dem Wind bis zu 100 Kilometer weit verbreitet werden. Da die massive Ausbreitung der Pflanzen für die Gesundheit vieler Menschen höchst bedenklich ist, muss eine weitere Verbreitung verhindert werden.

Wer in seinem Garten Ambrosiapflanzen entdeckt, beachtet am besten folgende Tipps:

  • Handschuhe tragen und Körperkontakt vermeiden, da schon die Berührung der Blätter Hautreizungen verursachen kann. Wichtig zu wissen ist, dass es erst nach 20 bis 30 Minuten zu Rötungen und Juckreiz kommt.
  • Mundschutz während der Blütezeit von Juli bis Oktober tragen.
  • Pflanzen mit ihren Wurzeln entfernen, Abschneiden oder Abmähen bringt wenig.
  • Die Pflanze in einem geschlossenen Beutel im Hausmüll entsorgen. Nicht in den Kompost oder in die Biotonne werfen, da sich die Samen mit der Verwendung des Kompostes weiter ausbreiten. 
  • Die Ambrosia-Fundstellen beobachten, denn weitere Samen können bis in den August hinein mit dem Keimen beginnen.
  • Beim Kauf von Vogel- und Kleintierfutter darauf achten, dass es ambrosiafrei ist. Vorsichtshalber sind Stellen, an denen Vogelfutter im letzten Winter ausgebracht war, auf das Vorkommen von Ambrosiapflanzen hin zu beobachten.

Bekämpfung der Ambrosia auf landwirtschaftlichen Flächen

Tritt die Ambrosia auf landwirtschaftlichen Flächen auf, sollte eine chemische Bekämpfung erfolgen. Durch Mähen oder Mulchen ist nur eine unterdrückende Wirkung vorhanden, da die Pflanze immer wieder ausschlägt. Mit Herbiziden ist sie bis zum 6-Blattstadium gut zu bekämpfen. Nähere Auskünfte hierzu erteilen die Unteren Naturschutzbehörden und der Hessische Pflanzenschutzdienst beim Regierungspräsidium Gießen.

Ausbreitung verhindern durch Meldung der Standorte

Um eine möglichst vollständige Übersicht über die Verbreitung der Ambrosia zu erhalten, bittet das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI) um eine Mitteilung über den Standort von größeren Pflanzenbeständen. Einige Bundeländer wie Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein habe eigene Meldesysteme.

Wer also Ansammlungen von Ambrosiapflanzen außerhalb des Gartens findet, kann diese Standorte an das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI) oder an Behörden des Bundeslandes melden.

Auch kann der Standort dem für den Wohnort zuständigen Landratsamt gemeldet werden.

Stand: Juli 2018