FFP2-Masken: Was man jetzt über medizinische Masken wissen muss

Eine Stoffmaske reicht als Mund-Nasen-Schutz beim Einkaufen oder beim Fahren mit Bus und Zug nicht mehr aus, es müssen nun medizinische Masken getragen werden. FFP2-Masken bieten aufgrund ihrer großen Filterwirkung einen besseren Schutz als OP-Masken, sind aber teurer. Auch Masken mit der Kennzeichnung KN95 und N95 sind weiterhin erlaubt. Worauf kommt es beim Maskentragen an?

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Teddybär mit FFP2-Maske

Eine FFP2-Maske bietet im Vergleich zu anderen Masken den besten Schutz vor Coronaviren, da sie – wenn sie dicht am Gesicht sitzt - in der Luft enthaltene Partikel und daran anhaftende Coronaviren nicht durchlässt. Dieser Maskentyp filtert sowohl die eingeatmete Luft wie auch die Ausatemluft, weshalb sie dem Eigen- und dem Fremdschutz dient.

Masken mit der Kennzeichnung KN95 sind ähnlich den FFP2-Masken, werden jedoch in China produziert.

Maximal 6 Prozent Partikel dürfen durchgehen

FFP2-Masken filtern Partikel, Tröpfchen und Aerosole aus der Luft. Vorgeschrieben ist, dass sie mindestens 94 Prozent dieser Stoffe aus der Luft herausfiltern müssen. Eine im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks durchgeführte Untersuchung vom Januar 2021 ergab, dass manche FFP2-Masken wesentlich besser und damit sicherer sind, da sie nur für ein bis drei Prozent der Partikel durchlässig waren. Die Untersuchung zeigte, dass nicht alle als FFP2-Masken verkauften Produkte die gesetzlich vorgeschriebene Anforderung erfüllen.

Woran sind zuverlässige FFP2-Masken zu erkennen?

Seit 1. Oktober 2020 dürfen nur noch FFP2-Masken in den Handel gelangen, die ein spezielles Prüfverfahren durchlaufen haben und damit die Anforderungen der EU-Norm EN 149 erfüllen.

Echte FFP2-Masken weisen folgende Merkmale auf:

  • Sie haben eine CE-Kennzeichnung mit einer vierstelligen Kennnummer, die Rückschluss auf die zugelassene Prüfstelle gibt. Aktuell gibt es in Deutschland zwei Prüfstellen: Die DEKRA Testing and Certification GmbH mit der Prüfnummer 0158 und das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) mit der Nummer 0121.
     
  • Die Nummer und das Jahr der Veröffentlichung der Europäischen Norm müssen auf der Maske angegeben sein.
     
  • Auf der Maske ist der Herstellername oder eine Marke abgedruckt.
     
  • Auf der Verpackung konformer Masken stehen die Angaben und die Anschrift des Herstellers oder des Inverkehrbringers.

Masken mit dem Aufdruck KN95 dürfen kein CE-Kennzeichen haben. Sie können jedoch auch einer Prüfung unterzogen werden. Zeigt sich dabei, dass die Schutzwirkung vergleichbar mit der von FFP2-Masken ist, wird dies mit einem Zertifikat bestätigt. Wer sich in einer Apotheke eine Maske mit dem Aufdruck KN95 besorgt, kann sich das dazugehörige Zertifikat zeigen lassen, da dies der Apotheke vorliegen muss.

FFP2-Masken nur sicher bei richtigem Tragen

FFP2-Masken haben eine bessere Filterwirkung als OP-Masken und Community-Masken. Doch der Schutz ist nur bei korrektem Tragen gewährleistet, wenn die Maske dicht anliegt. Deshalb sollte auch jeder FFP2-Maske eine Gebrauchsanleitung beigelegt sein.

Regeln für den richtigen Gebrauch:

  • Zunächst sind die Hände gut zu waschen oder zu desinfizieren.
  • Die gefaltete Maske vollständig öffnen; dann den Maskenkörper – beginnend mit dem Kinn -  über Mund und Nase ziehen.
  • Nun die Haltebänder über den Kopf ziehen. Das obere Halteband wird über den Ohren und das untere Halteband im Nacken platziert. Beide Bänder sind flach anzulegen. Sie sollten auch nicht verdreht sein oder drücken.
  • Anschließend den Sitz der Maske optimieren, indem der obere und der untere Teil des Maskenkörpers so ausgerichtet wird, dass die Maske dicht anliegt, angenehm sitzt und nicht verrutschen kann.
  • Zuletzt den Nasenbügel anpassen. Dazu wird der Nasenbügel mit dem Zeigefinger leicht auf den Nasenrücken gedrückt. Mit der anderen Hand wird der Bügel an die Nasenform angeglichen. Dadurch wird eine Lücke oberhalb des Nasenrückens vermieden und die Maske liegt dicht an.
  • Abgenommen werden sollte die Maske nur über die Bänder. Der Maskenkörper sollte nicht angefasst werden.

In einem Flyer des Robert-Koch-Instituts gibt es eine Anleitung mit Bildern.

Verschiedene FFP2-Masken für verschiedene Gesichtsformen

FFP2-Masken werden in verschiedenen Formen angeboten. Dies ist gut, denn Menschen haben unterschiedliche Gesichtsformen. Da nicht jede FFP2-Maske für jeden Gesichtstyp passend ist, wird empfohlen, verschiedene Masken auszuprobieren. Denn nur, wenn die FFP2-Maske auch dicht an der Haut abschließt, ist der Schutz gewährleistet.

Wie vertragen sich FFP2-Maske und Bart?

Bei einem Vollbart kann die Maske nicht dicht am Gesicht abschließen. Somit entstehen Leckagen. Hier kann die Luft mehr oder weniger ungefiltert entweichen bzw. hineinströmen und damit auch Partikel mit anhaftenden Coronaviren. Da ein sicheres Tragen einer Maske bei Vollbart nicht möglich ist, muss der Bartträger letztendlich selbst entscheiden, ob ihm sein Bart oder der gesundheitliche Schutz wichtiger ist.

Mehrfach tragen möglich

Im Berufsalltag von Handwerkern, Ärzten und weiteren Berufsgruppen gelten FFP2-Masken als Einwegprodukt, wo sie an einem Arbeitstag etwa acht Stunden mit Pausen getragen werden. Im privaten Gebrauch können diese Masken bei richtiger Handhabung mehrfach genutzt werden, gerade wenn man sie nur für kurze Zeit zum Einkauf oder für den ÖPNV trägt. Abzuraten ist das Verwenden derselben Maske an zwei aufeinanderfolgenden Tagen.

FFP2-Masken dürfen nicht gewaschen werden, da sonst die Filterleistung deutlich abnimmt. Um FFP2-Masken wiederverwenden zu können, gibt es nach Untersuchungen der Fachhochschule Münster zwei Methoden zur Desinfektion:

  • Eine Woche Trocknen bei Raumluft:
    Nach dem Tragen wird die Maske mit dem Bändel an einen Haken aufgehängt und bei Zimmertemperatur getrocknet. Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit wie Küche oder Bad sind hierfür nicht geeignet. Bei diesem Trocknungsverfahren sind nach sieben Tagen nahezu alle Coronaviren verschwunden. Deshalb wird empfohlen, für jeden Wochentag eine andere FFP2-Maske zu nehmen. Eine entsprechende Kennzeichnung verhindert Verwechslungen.
     
  • Trocknen im Backofen
    Coronaviren können bei trockener Hitze bei 80 Grad Celsius für 60 Minuten vollständig inaktiviert werden. Hierzu den Backofen auf 80 Grad Celsius Ober- und Unterhitze einstellen. Erst wenn die Temperatur von 80 Grad Celsius erreicht ist wird der Rost mit den Masken in den Ofen für 60 Minuten geschoben. Der Backofen darf zwischendurch nicht geöffnet werden. Nach 60 Minuten lässt man die Masken außerhalb des Ofens auf dem Rost abkühlen.
    Für formstabile FFP2-Masken ist dieses Verfahren jedoch nicht geeignet.

Für beide Methoden gilt, dass FFP2-Masken maximal fünf Mal aufbereitet werden können. Ist die Maske vorher defekt, ist sie sofort zu entsorgen.

Andere Verfahren wie Wasserdampf im Kochtopf, Mikrowelle, Waschen mit der Waschmaschine oder Spülmaschine oder Bestrahlung mit UV-Lampe sind nicht geeignet, da das Material beschädigt wird oder die Viren nicht deaktiviert werden. (fra)

Stand: Januar 2021