Erkältung vorbeugen: So geht´s!

Eine Erkältung braucht niemand. Und doch bekommen wir immer wieder einen Schnupfen, oder einen kratzigen Hals, gerade in der kalten Jahreszeit. Dabei kann jeder viel dazu beitragen, dass ihn eine Erkältung nicht erwischt. Warum ist Händewaschen so wichtig? Was sind die wirksamsten Anti-Ansteckungs-Tipps?

RS9826_Frau erkaeltet niest in Taschentuch © soschoenbistdu - Fotolia.com_.jpg

Frau muss niesen

Im Herbst und Winter wird um uns herum geniest und gehustet. Dabei werden die Krankheitserreger mit einer Geschwindigkeit von etwa 150 Stundenkilometer aus Mund und Nase geschleudert und in der Umgebung verteilt. So können sich die für eine Erkältung oder Grippe verantwortlichen Bakterien und Viren schnell weiter ausbreiten und zu roten Nasen, Halsschmerzen und Husten führen. Doch dies muss nicht sein!

Der Erkältung keine Chance geben

Damit Bakterien und Viren bei vielen Menschen eine Erkältung und Grippe auslösen können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Bakterien und Viren müssen sich ausbreiten und vermehren können.
  • Ein geschwächtes Immunsystem begünstigt eine Erkrankung.

Es gibt viele Maßnahmen, mit denen jeder einer Ansteckung vorbeugen oder zumindest die Intensität einer Erkältung lindern kann.

Ausbreitung der Keime vermeiden

  • Gründlich die Hände waschen
    Eine der effektivsten Maßnahmen, um die  Ausbreitung von Bakterien und Viren zu vermeiden und sich selber vor einer Ansteckung zu schützen, ist das richtige Händewaschen. 20-30 Sekunden lang sollten die Hände unter fließendem Wasser mit Seife gewaschen werden – und zwar mehrmals täglich. Dabei sind die Hände gründlich einzuseifen und zwar nicht nur die Handinnenflächen bis zu den Fingerspitzen, sondern auch die Fingerzwischenräume, Daumen und Fingernägel.

    Nach dem Abspülen des Seifenschaumes die Hände gründlich abtrocknen.

    In öffentlichen Einrichtungen sind Flüssigseifen aus hygienischen Gründen Seifenstücken vorzuziehen. Auch sind Einmalhandtücher besser zum Abtrocken der Hände geeignet als elektrische Handtrockner. Warmluft- oder Drucklufthandtrockner pusten zwar schnell die Hände trocken, verteilen aber auch sehr viele Keime in der Luft. Nach einer Studie der Universität Westminster wirbeln Warmluftrockner 60-mal mehr Keime in die Luft als Papierhandtücher, bei Drucklufthandtrockner sind es sogar mehr als 1300-mal.
  • In die Armbeuge niesen
    Wer niesen muss und auf die Schnelle kein Taschentuch parat hat, sollte nicht in die Hände niesen. Denn ohne sofortiges Händewaschen, was beim Niesen im Bus oder beim Einkaufen nicht immer möglich ist, werden die Keime direkt beim Händeschütteln oder indirekt über angefasste Gegenstände auf andere Menschen übertragen. Da die Krankheitserreger bis zu drei Stunden auf der Handfläche überleben können, ist es besser, in die Armbeuge zu niesen.
  • Richtig schnäuzen
    Schnäuzen Sie richtig? Falsch ist, mit hohem Druck gleichzeitig durch beide Nasenlöcher zu schnäuzen. Besser ist es, nacheinander jedes Nasenloch einzeln zuhalten und durch das andere zu schnäuzen. Dabei nicht mit zu viel Druck pusten, da sonst das Risiko besteht, dass das Sekret teilweise auch in die Nasennebenhöhlen transportiert werden kann.
  • Papiertaschentücher nutzen
    Während einer Erkältung sollten Taschentücher nur einmal benutzt werden, egal, ob sie aus Papier oder Stoff sind. Wer Stofftaschentücher bevorzugt, sollte im Falle eines Schnupfens eine große Anzahl davon zu Hause haben, die nach Gebrauch bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden müssen. Einfacher sind Papiertaschentücher zu gebrauchen, da sie nach einmaliger Nutzung einfach entsorgt werden können.

Immunsystem stärken

Krankheitserreger können sich erfolgreicher ausbreiten, wenn das Immunsystem schwach und der Körper somit leichter für Krankheiten anfällig ist. Doch es gibt einige Maßnahmen, wie mit wenig Aufwand das Immunsystem gestärkt und dadurch Bakterien und Viren erfolgreich bekämpft werden können.

  • Abwehrkräfte stärken durch Bewegung, Sauna sowie Obst und Gemüse
    Eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse stärkt die Abwehrkräfte. Sie enthalten nicht nur wichtige Vitamine und Spurenelemente, sondern auch sekundäre Pflanzenstoffe, die alle auf das Immunsystem günstig wirken.

    Auch Saunabesuche oder Wechselduschen stärken die Abwehrkräfte, ebenso regelmäßige Fußbäder. Letztere wirken besonders gut, wenn die Temperatur langsam gesteigert wird.

    Ausdauersport beeinflusst das Immunsystem auf positive Weise. Wird die körperliche Aktivität wie zum Beispiel beim Spazierengehen, Joggen oder Radfahren an der frischen Luft ausgeübt, wird die positive Wirkung auf das Immunsystem noch verstärkt. Wichtig dabei ist eine moderate Ausübung des Sports.

    Da Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum den Körper stressen, kann durch den Verzicht darauf auch das Immunsystem verbessert werden.
     
  • Entspannungspausen machen
    In unserem Alltag lässt sich Stress meist nicht vermeiden. Dauerhafter Stress vermindert aber die Abwehrkräfte. Um dem vorzubeugen ist es wichtig, immer wieder Entspannungspausen im Alltag zu machen. Damit dies auch gelingt, sind solche „Auszeiten“ in den Alltag einzuplanen. Dies kann ein Spaziergang an der frischen Luft, ein Buch lesen oder auch eine Kaffeestunde mit netten Freunden sein.
     
  • Trinken für mehr Feuchtigkeit für Haut und Schleimhäute
    Eine ausreichende Wasseraufnahme ist notwendig, um Haut und Schleimhäute mit genügend Feuchtigkeit zu versorgen. Nur dann können sie eine wirksame Barriere gegen Bakterien und Viren bilden. Neben Getränken wie Wasser sind in der Erkältungszeit auch Tees günstig für das Immunsystem, insbesondere mit Ingwer, Holunder oder Lindenblüten.

    Regelmäßiges Stoßlüften, egal ob zu Hause oder im Büro, ist ratsam, um die Raumluft mit Feuchtigkeit zu versorgen. Eine trockene Heizungsluft ist in den Räumen zu vermeiden.

    Auch durch einen Aufenthalt an der frischen Luft können Schleimhäute ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt werden.
     
  • Viel schlafen
    Wer zu wenig schläft, ist leichter anfällig für Erkältungen. Das Erkältungsrisiko ist bereits bei einer Schlafdauer von nur sechs oder gar fünf Stunden deutlich höher als bei einem siebenstündigen nächtlichen Schlaf.

Fazit
Mit Händewaschen, etwas Bewegung an der frischen Luft, Mandarinen, Äpfeln und Gemüse, Entspannungspausen und einer Extraportion Schlaf kann das Erkrankungsrisiko für eine Erkältung oder Grippe reduziert werden. Wer meint, dafür keine Zeit zu haben, sollte sich überlegen, ob er Zeit für eine meist ein- bis zweiwöchige Erkältung mit Bettruhe hat.

Stand: Dezember 2019