Blutdruckmessgeräte im Test

Fast jeder dritte Bundesbürger hat zu hohen Blutdruck. Betroffene sollten ihren Blutdruck regelmäßig kontrollieren. Für diesen Zweck eignen sich Blutdruckmessgeräte für den Hausgebrauch. Doch in einem Test der Stiftung Warentest haben die meisten dieser Geräte nicht überzeugt.

Blutdruckmessgerät © Ralf Geithe - Fotolia.com_.jpg

Blutdruckmessgerät

Geräte für den Oberarm und Handgelenkgeräte

Das einzige von den Warentestern mit „gut“ bewertete Messgerät zur Selbstmessung und damit Testsieger ist eines von acht geprüften Oberarmgeräten (ExactFit 5 von Braun). Die anderen Testkandidaten kamen über befriedigende Noten nicht hinaus, eines wurde sogar nur mit „ausreichend“ bewertet. Anders im vorangegangenen Test im Jahr 2016: Damals wurden drei noch im Handel befindliche Geräte mit „gut“ bewertet, zwei davon für die Messung am Handgelenk (Omron RS2, Boso Medistar), eines für die Oberarmmessung (Boso Medicus X).

Hauptkritikpunkt war in diesem Jahr die bei vielen Geräten bemängelte Messungenauigkeit. Diese war auch bei den Handgelenkgeräten Grund für nur durchschnittliche oder ausreichende Testergebnisse: Jedes zweite von sechs Blutdruckgeräten für das Handgelenk wurde mit „ausreichend“ bewertet. Für die Messgenauigkeit wurde eine Fehlertoleranz von bis zu 7,5 Millimeter Quecksilbersäule zugrunde gelegt.

Die meist sperrigeren, teureren und schwieriger anzulegenden Oberarmgeräte haben den Vorteil, dass sich die Manschetten für die Messungen bereits in der richtigen Position auf Herzhöhe befinden. Dadurch werden Messfehler reduziert. Handgelenkgeräte sind zwar in der Regel handlicher, preiswerter und einfacher anzulegen. Der Patient muss jedoch darauf achten, den Arm bei der Messung anzuwinkeln und so das Gerät auf Herzhöhe zu bringen.

Testkriterien

Neben Messgenauigkeit und Handhabbarkeit wurde auch die Störanfälligkeit der Blutdruckmessgeräte getestet. Hierzu zählte in dem Test auch die Genauigkeit bei fehlerhafter Bedienung, beispielsweise das Bewegen der Finger während der Messungen, und ein Falltest. Dabei wurde geprüft, wie die Geräte Stürze aus etwa 70cm Höhe überstehen. Nur vier Testkandidaten wurden in der Disziplin Störanfälligkeit mit „gut“ benotet. Die Handhabung wurde ebenfalls bewertet und gab bei keinem Gerät Anlass zur Kritik.

Deutsche Hochdruckliga wertet anders

Die Deutsche Hochdruckliga e. V. verwendet andere Verfahren zur Bewertung von Blutdruckmessgeräten und verleiht ihre Prüfsiegel ausschließlich für die Messgenauigkeiten der Geräte. Andere Kriterien wie Störanfälligkeit oder Handhabung seien entweder nicht durch Vorgaben vom Gesetzgeber geregelt oder nicht objektiv zu bewerten, so der Verein in einer Pressemitteilung. Die Bewertungsergebnisse beider Organisationen ließen sich daher nicht vergleichen. Die Deutsche Hochdruckliga e. V. kürt der Verlautbarung zufolge auch keinen Testsieger, sondern listet lediglich die validierten Geräte auf. Blutdruckmessgeräte, die nicht auf der Liste geführt werden (siehe unter „Links“), sind entweder nicht oder nicht erfolgreich validiert worden.

Fazit

  • Viele Menschen leiden – nicht selten unerkannt - unter Bluthochdruck, und längst nicht alle Betroffenen messen regelmäßig ihre Blutdruckwerte. Dabei ist das weder schwer noch teuer, denn einfache und von Stiftung Warentest für gut befundene Geräte (Test 2016) gibt es bereits ab 25 Euro.
  • Wer sich ein derartiges Gerät zulegen möchte, muss für sich selbst entscheiden, auf welche Geräteeigenschaften oder Prüfkriterien besonderer Wert gelegt wird.
  • Die Testergebnisse von Stiftung Warentest oder die Liste der Deutschen Hochdruckliga können bei der Auswahl des geeigneten Gerätes eine gute Hilfe sein. Im Zweifel sollte man seinen behandelnden Arzt in den Auswahlprozess mit einbeziehen.

Stand: November 2018