Qualität bei Augenklinken entscheidend

Nie mehr Brille – das wünschen sich viele. Doch die Kosten für eine Laserbehandlung beider Augen belaufen sich hierzulande auf 2.000 bis 6.000 Euro. Im Ausland werden Lasereingriffe zu deutlich niedrigeren Preisen angeboten, etwa in der Türkei oder in Polen. Dort liegen die Kosten für eine Laserbehandlung beider Augen bei etwa 900 bis 1.800 Euro. Eine Laserbehandlung am Auge ist jedoch mit Risiken verbunden. Ein Eingriff im Ausland ist deshalb nicht ohne weiteres zu empfehlen.

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Sehtest beim Augenarzt

Sorgfältige Vorbereitung

Wichtig beim Eingriff am Auge im In- wie im Ausland ist, dass er sorgfältig vorbereitet wird. Vor- und Nachteile müssen realistisch abgewogen werden. Man sollte bereits im Inland eine gründliche Voruntersuchung durchführen lassen.

Nicht bei jedem Patienten kann eine Laserbehandlung durchgeführt werden. Für die gängigste Methode mit dem Namen LASIK (Laser in situ Keratomelius) muss die Hornhaut in der Mitte mindestens 0,5 Millimeter dick sein. Es bestehen zudem fachlich anerkannte Grenzen der Fehlsichtigkeit, bei deren Überschreiten der Eingriff nicht vorgenommen werden sollen. Bei Kurzsichtigkeit liegt diese Grenze bei -10 Dioptrien, bei Weitsichtigkeit bei +3 Dioptrien. Wer an Rheuma, grauem oder grünem Star leidet, sollte ebenfalls auf eine Laserbehandlung verzichten.

Ausführliche Beratung und Aufklärung beachten

Auch im Ausland sollte eine sehr sorgfältige Voruntersuchung stattfinden, um individuelle Risikofaktoren auszuschließen. Auch die allgemeinen Risiken sind zu benennen. Dazu gehört, dass es nach dem Lasern der Hornhaut zu erhöhter Lichtempfindlichkeit kommen kann. Der Eingriff kann auch zu einer Über- oder auch Unterkorrektur führen. Dadurch können weitere Operationen notwendig werden. Es müssen also bereits im Vorfeld übertriebene Erwartungen ausgeräumt werden: Eine Brille kann auch nach dem Eingriff noch erforderlich sein.

Die Beratung bezogen auf den Eingriff selbst sollte ausführlich sein. Patienten sind darauf hinzuweisen, dass für die Operation die Pupillen mit Tropfen geweitet werden und nach der Operation das Autofahren nicht möglich ist.

Es spricht für die Qualität des Operateurs, wenn er sich Zeit für ein ausführliches Gespräch nimmt und vollständig über Vor- und Nachteile der Laserbehandlung aufklärt. Hierbei ist wichtig, dass alles verstanden wird, was der Arzt sagt. Entweder sollte er deutsch sprechen oder es muss alles übersetzt werden, was Arzt und Patient miteinander besprechen. Die Höhe der Kosten sollte im Vorfeld vereinbart werden. Man sollte auch wissen, wie lange der Eingriff dauern wird. Sehr umfangreiche Fachinformationen über den Eingriff erhält man auf der Internetseite der Kommission Refraktive Chirurgie.

Kriterien für gute Kliniken

Grundsätzlich ist gegen eine Klinik im Ausland nichts einzuwenden. Entscheidend ist, dass die Operateure über viel Erfahrung verfügen und Qualitätsstandards eingehalten werden. Da stets Nachuntersuchungen durchgeführt werden müssen, muss geregelt sein, dass und wo diese in Deutschland stattfinden.

Bei einer Stichprobe der Stiftung Warentest im Jahre 2006 schnitten zwei ausländische Kliniken in der Türkei auffällig schlecht ab. Die Voruntersuchungen waren dort eindeutig darauf gerichtet, den Eingriff am Auge durchzuführen. Es wurde nicht genug Zeit darauf verwendet, zunächst ein Gesamtbild der medizinischen Befunde der Patienten zu erstellen. Die Aufklärung über die Risiken erfolgte zudem völlig unzureichend. Hinzu kamen Verständigungsschwierigkeiten zwischen Arzt und Patient.

Fazit: Ein Laser-Eingriff am Auge sollte im Ausland nur dann durchgeführt werden, wenn dort keine erhöhten Risiken bestehen. Dies muss im Vorfeld ausgeschlossen werden können. Erfahrungsberichte von Patienten können hierbei hilfreich sein. Trotzdem muss jeder einzelne Eingriff stets individuell vorbereitet werden.

Checkliste: Worauf es unbedingt ankommt

  • sorgfältige Voruntersuchung sowohl im In- als auch im Ausland, ausführliches Beratungsgespräch
  • Ausschluss individueller Risikofaktoren (Vorerkrankungen, Eignung)
  • Darstellung der Vor- und Nachteile sowie der Behandlungsalternativen
  • Ausführliche Aufklärung über Risiken, kein Drängen zur Operation
  • Ausführlicher Aufklärungsbogen, der alle wichtigen Informationen des Aufklärungsgespräches enthält
  • Transparenz hinsichtlich Dauer der Behandlung und deren Kosten
  • Klärung der Durchführung von Nachuntersuchungen
  • Anzahl der jährlichen Eingriffe wird genannt und ist hoch, was auf Behandlungserfahrung schließen lässt
  • Beratung findet in deutscher Sprache statt oder es wird übersetzt
  • Hohe Hygienestandards – fragen Sie nach einem Hygieneplan und einem Hygienebeauftragten
  • Vereinbarung von deutschem Recht und einem Gerichtsstand in Deutschland

Alternativ kann man auch Preisvergleiche innerhalb Deutschlands anstellen. Auf Portalen wie www.medikompass.de oder www.augen-lasern-vergleich.de sind  Angebote und Preisunterschiede einsehbar. Es sollte darauf geachtet werden, dass auch diese Angebote die hohen Qualitätsanforderungen erfüllen, die oben für das Ausland dargestellt wurden.

Weitere Informationen

Beratungsangebote der Verbraucherzentrale Hessen

  • Telefonische Patientenberatung unter 09001 97 20 13, montags 10 bis 14 Uhr. 1,75 € pro Minute aus dem deutschen Festnetz; Mobilfunkpreise können abweichen.
  • Verbraucherservice: (069) 97 20 10 - 900, Mo bis Do 10 - 16 Uhr, Fr 10 - 15 Uhr.
  • Homepage: www.verbraucherzentrale-hessen.de 

Verfasser: Verbraucherzentrale Hessen e. V., Große Friedberger Straße 13-17, 60313 Frankfurt am Main

Stand: März 2019