Künstliche Intelligenz in der Medizin

Künstliche Intelligenz (KI) in der Arztpraxis oder im Krankenhaus kommt immer öfter zum Einsatz, wenn es darum geht, seltene Erkrankungen zu erkennen. Die Verbraucherzentrale Hessen wirft Schlaglichter auf die Auswirkungen der KI in der Medizin.

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Labor

Dank kontinuierlicher Forschung und unzähliger Studien können Ärzte weltweit viele der früher unheilbaren Krankheiten heilen. Oder sie können die Patienten so einstellen, dass sie mit ihrer Krankheit gut leben können. Manche Krankheiten sind sogar fast vollständig zurückgedrängt. Dass die Medizin so weit gekommen ist, hat auch damit zu tun, dass Mediziner immer weiter forschen und ihre Studien vorantreiben. Zuletzt ist es gelungen, innerhalb kürzester Zeit einen Impfstoff gegen das neuartige Corona-Virus zu entwickeln. Und aktuell geht die Forschung zu diesem Krankheitsbild noch weiter.

Studien brauchen Daten

Fakt ist aber auch, dass jede noch so kleine medizinische Studie eine Datengrundlage braucht. Daten zum Krankheitsverlauf, zum Einsatz von Medikamenten und deren Wirkung auf die Patienten. Daten zu deren Alter, zu Vorerkrankungen und zum Allgemeinzustand. Das weiß auch Michaela S., die als junge Ärztin ihre Doktorarbeit zum metastasierten Magenkarzinom schreibt. Ohne die Daten der Patienten, die sich an der Uniklinik behandeln ließen, wäre es für sie nicht möglich, Rückschlüsse zu ziehen und neue Ideen zu Behandlungsmethoden zu entwickeln.

Algorithmen ersetzen nicht den Arzt

Wenn es um große Datenmengen geht, ist das menschliche Gehirn überfordert. Hier kann künstliche Intelligenz helfen. KI liest die Daten innerhalb kürzester Zeit aus. Sie kombiniert und erkennt Auffälligkeiten. Das hilft Ärzten dabei, Diagnosen zu stellen und die richtige Therapie einzuleiten. Die Entscheidung über Diagnose und Therapie trifft dabei immer noch der Arzt – nicht die KI. Denn die kann sich auch irren. Auch dafür gibt es Beispiele in der Medizin. Deswegen kann die KI immer nur die nützliche Assistenz des Arztes sein. Sie kann ihn nicht ersetzen. Auch deswegen, weil Humanmedizin sehr viel mit menschlicher Zuwendung zu tun hat und es bei dem Gespräch zwischen Arzt und Patient nicht nur um Patientendaten geht.

Problem Datenschutz

Patientendaten sind sensible Daten. Sie gehören nicht in unbefugte Hände. Daher ist die Frage, wie diese Daten gegen unbefugten Zugriff geschützt sind, von entscheidender Bedeutung.

Und es kommt auch darauf an, wem wir unsere Gesundheitsdaten anvertrauen. Über Wearables und Fitness-Apps sammeln wir große Datenmengen – meistens sensible Daten. Da lohnt es sich schon, auf die persönlichen Datenschutzeinstellungen zu achten.

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen zu künstlicher Intelligenz in unserem Alltag bietet die Kampagnenseite der Verbraucherzentrale Hessen www.algo-was.de. In diesem Zusammenhang hervorzuheben ist der Artikel „Dr. Algo – Algorithmen in der Medizin“.

Verfasser: Verbraucherzentrale Hessen e.V.

Stand: November 2021