Volkskrankheit Bluthochdruck

Laut Schätzungen der Deutschen Hochdruckliga e.V. leiden in Deutschland etwa 20 bis 30 Millionen Einwohner an Bluthochdruck. Das ist jeder dritte Erwachsene. Aber auch bereits mehrere hunderttausend Kinder weisen erhöhte Werte auf. Kennen Sie Ihren Blutdruck? Wie misst man ihn richtig und was kann man tun, wenn er zu hoch ist?

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Blutdruckmessgerät, Tabletten und Stethoskop

Was ist eigentlich Bluthochdruck?

Bluthochdruck, oder (arterielle) Hypertonie, ist eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems, bei der der Druck in den Gefäßen erhöht ist. Zunächst macht das dem Betroffenen keinerlei Beschwerden und bleibt oftmals lange Zeit unerkannt. Doch im Laufe der Jahre schädigt der täglich zu hohe Druck die Organe wie Herz, Herzkranzgefäße, Gehirn, Nieren und Blutgefäße. Folge davon können lebensbedrohliche Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt sein.

Fast die Hälfte aller Todesfälle in Deutschland geht auf Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems zurück. In den meisten Fällen ist Bluthochdruck hier der Risikofaktor Nr. 1.

Wird der Bluthochdruck frühzeitig erkannt und gesenkt, kann das Risiko für die Entstehung von Folgekrankheiten deutlich minimiert werden.

Woher kommt ein hoher Blutdruck?

Bei über 90 Prozent der Betroffenen ist die Ursache nicht auf organische Erkrankungen zurückzuführen und man spricht von einer primären oder essenziellen Hypertonie. Unterschiedliche Faktoren können diese Form des Bluthochdrucks begünstigen.

So gibt es zum einen die nicht beeinflussbaren Ursachen, wie familiäre Veranlagungen. Leiden Eltern oder Geschwister an einem zu hohen Blutdruck, steigt die Wahrscheinlichkeit ebenfalls an Bluthochdruck zu erkranken. Des Weiteren steigt mit zunehmendem Lebensalter der Druck in den Gefäßen, da die Elastizität der Gefäßwände abnimmt.

Zum anderen gibt es aber auch beeinflussbare Faktoren, die an der Entstehung von Bluthochdruck beteiligt sein können. Diese beziehen sich hauptsächlich auf den Lebensstil:

  • Übergewicht (Body-Mass-Index (BMI) > 25)
  • Metabolisches Syndrom (Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung, Insulinresistenz)
  • Zu wenig körperliche Bewegung
  • Rauchen
  • Erhöhter Alkoholkonsum
  • Häufige und üppige Kochsalz-Verwendung
  • Andauernder Stress

Was sind die Symptome?

Anfangs gibt es keine Anzeichen für Bluthochdruck, die Betroffenen sind oft beschwerdefrei. Im weiteren Krankheitsverlauf treten unter anderem eher unspezifische Symptome, wie Schwindel, Kopfschmerzen, Herzstolpern und Kurzatmigkeit bei Belastung auf. Auch Ein- und Durchschlafstörungen können auf einen hohen Blutdruck hindeuten.

Die Symptome hängen von den möglichen Gefäß- und Organschäden durch den erhöhten Blutdruck ab.

Was bedeuten die Blutdruckwerte?

Der Blutdruck ist der Druck, mit dem das Herz das Blut durch die Gefäße pumpt, um es gleichmäßig in alle Gefäße und deren kleinste Verästelungen, den Kapillaren, zu verteilen. Auf diese Weise werden Körperzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

Um den Blutdruck zu bestimmen, werden zwei Werte ermittelt: Der systolische und der diastolische Blutdruck. Als Systole bezeichnet man die Auswurfphase des Herzens, bei der sich die Herzkammern zusammenziehen, um das Blut in die Gefäße zu pumpen. Der dabei erreichte höchste Wert ist der systolische Blutdruck. Die Diastole ist hingegen die Entspannungsphase des Herzens. Nach dem Pumpstoß muss das Herz erst wieder „erschlaffen“, um sich erneut mit Blut zu füllen. Da in dieser Zeit kein Blut in die Gefäße gepumpt wird, fällt der Druck in den Blutgefäßen langsam ab. Der dabei erreichte niedrigste Wert ist der diastolische Blutdruck.

Bei gesunden Menschen liegt der Blutdruck bei einem Wert von bis zu 120/80 mmHg. Der erste Wert ist der systolische und der zweite der diastolische Blutdruck. Niedrigere Werte gelten als optimal.

Ab welchem Wert ist der Blutdruck zu hoch?

Ist der systolische Wert dauerhaft über 140 bis 159 mmHg und der diastolische über 90 bis 99 mmHg spricht man nach der internationalen Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von einer milden Hypertonie. Ein schwerer Grad des Bluthochdrucks beginnt bei Werten ab 180 mmHg (und höher) systolisch und ab 110 mmHg (und höher) diastolisch.

Was können Betroffene gegen den hohen Blutdruck unternehmen?

Wer unter Bluthochdruck leidet, sollte dauerhaft seinen Lebensstil verändern. Deshalb sollten Betroffene regelmäßig Sport treiben, nur in Maßen Alkohol konsumieren, für Ruhepausen und Entspannung sorgen und das Rauchen einstellen.

Auch mit einer gesunden Ernährung kann man einem zu hohen Blutdruck entgegen wirken. So empfiehlt es sich auf eine geringe Kochsalzverwendung zu achten und lieber auf geschmackgebende Gewürze zurückzugreifen. Außerdem sollten pflanzliche Fette und hochwertige Öle bevorzugt werden und reichlich Obst und Gemüse auf dem täglichen Speiseplan stehen. Zucker- und fettreiche Lebensmittel sollten hingegen gemieden werden.

Bei manchen Betroffenen sinkt der Blutdruck bereits im Laufe der ersten drei Monate nach der Lebensumstellung ab, so dass blutdrucksenkende Medikamente nicht notwendig sind.

Personen, die an Übergewicht leiden, sollten ein Normalgewicht anstreben. Eine Gewichtsabnahme von zehn Kilogramm kann schon zu einer Senkung des Blutdrucks um durchschnittlich sieben mmHg systolisch und drei mmHg diastolisch führen.

Besprechen Sie Maßnahmen unbedingt mit Ihrem Hausarzt! Denn je nach Höhe des Blutdrucks müssen blutdrucksenkende Medikamente eingenommen werden.

Stand: März 2019

Blutdruck richtig messen – so geht´s!

Um beim Blutdruckmessen richtige Werte zu erhalten, sollten einige Dinge beachtet werden.

  • Messen Sie beim ersten Mal den Blutdruck an beiden Armen. Der Arm, bei dem der Wert höher lag, sollte von nun an bei weiteren Messungen beibehalten werden. Liegen die Werte der beiden Arme weit auseinander (> 10 mmHg) sollten Sie diesbezüglich Rücksprache mit dem Hausarzt halten.
  • Messen Sie den Blutdruck immer um die gleiche Tages- bzw. Uhrzeit. Nehmen Sie Medikamente ein, wählen Sie hierfür einen Zeitpunkt vor der Einnahme.
  • Entspannen Sie sich mindestens fünf Minuten vor dem Messen. Legen Sie das Messgerät griffbereit zurecht und setzen Sie sich zum Beispiel in den Sessel. Vermeiden Sie in den 30 Minuten vor der Messung Aufregung, Rauchen, Kaffee, Schwarztee, Alkohol oder sportliche Betätigungen.
  • Machen Sie für die Messung den Oberarm frei und befestigen Sie das Gerät wie vorgesehen (Oberarm oder Handgelenk). Halten Sie den Arm so, dass das Gerät auf Herzhöhe ist. Hierfür sollte der Arm möglichst bequem liegen.
  • Nach einer Minute sollte die Messung ein weiteres Mal durchgeführt werden. Häufig ist der zweite Wert niedriger, als der erste.
  • Notieren Sie sich Ihre Werte, so dass Sie beim Gespräch mit dem Hausarzt Ihre Werte parat haben. In der Apotheke erhalten Sie dafür kostenlos einen Blutdruckpass.