Husten, Schnupfen, Heiserkeit: Echte Grippe oder Erkältung?

Erkältungszeit: Was hat man sich da bloß eingefangen - eine echte Grippe oder nur einen grippalen Infekt? Hier finden Sie Tipps, wie Sie eine Erkältung am besten überstehen. Warum muss man sich jährlich neu impfen lassen?

Frau erkaeltet niest in Taschentuch soschoenbistdu - fotolia.com_.jpg

Erkältete Frau niest in ihr Taschentuch

Woran erkennt man eine Grippe?

Eine echte Grippe kommt meist sehr plötzlich – manchmal innerhalb weniger Stunden. Sie macht sich durch Schüttelfrost und hohes Fieber bemerkbar. Halsschmerzen, eine laufende Nase, Husten und tränende Augen sind häufig die Begleiterscheinungen. Die meisten Betroffenen verspüren ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl im ganzen Körper. Hinzu kommen meist noch Übelkeit, Kopf- und Gliederschmerzen.

Worin unterscheidet sich eine Erkältung von der Grippe?

Die Erkältung, auch grippaler Infekt genannt, beginnt im Gegensatz zur Grippe, die meist plötzlich auftritt, mit einem Kratzen im Hals, später kommen Husten und Schnupfen dazu. Die Betroffenen fühlen sich müde und abgeschlagen. Sie klagen teils auch über Kopfschmerzen und Fieber.

Im Gegensatz zur Grippeerkrankung, die zwei Wochen dauern kann, klingen die Erkältungssymptome meist nach ein paar Tagen ab. Bei einer Erkältung können lediglich die Symptome behandelt werden.

Unterschiedliche Symptome bei Grippe und Erkältung

Grippe

Erkältung

  • plötzlicher Beginn mit starken Kopf- und Gliederschmerzen
  • schleichender Beginn, zum Beispiel mit Halskratzen,
  • schlimmster Tag ist meistens der Dritte
  • Besserung nur sehr langsam
  • Besserung tritt schneller wieder ein
  • starkes Krankheitsgefühl
  • Schnupfen
  • trockener Husten
  • Husten
  • Halsschmerzen
  • Halsschmerzen
  • Fieber
  • starke Müdigkeit, Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit

Wie bekämpft man den Virus?

Wer sich schon angesteckt hat, dem bleibt nichts anderes übrig, als das Bett zu hüten und die Symptome zu kurieren – zum Beispiel bei Husten zu inhalieren und Medikamente wie Ibuprofen gegen Fieber und Gliederschmerzen einzunehmen. Es ist wichtig, viel zu trinken. Antibiotika sind für die Behandlung einer Grippe nicht geeignet, weil sie gegen Bakterien wirken und nicht gegen Viren.

Wie verhindert man eine Ansteckung?

Wer sich schon angesteckt hat, sollte engen Kontakt zu anderen Menschen möglichst meiden. Deshalb sollten Erkrankte während der Akut-Phase am besten zu Hause bleiben. Körperpflege ist so wichtig wie regelmäßige Frischluftzufuhr. Wer schnupft, sollte auf jeden Fall Einwegtaschentücher benutzen.

Was schützt - fünf Tipps für den Alltag

Auf der Internetseite www.infektionsschutz.de informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) über einfache Hygienetipps die helfen, das Ansteckungsrisiko zu verringern:

  • regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife
  • husten und niesen in die Ellenbeuge oder ein Taschentuch
  • Abstand halten zu erkrankten Personen
  • regelmäßiges Lüften von Räumen
  • im Krankheitsfall zu Hause bleiben und sich auskurieren

Grippeimpfung für Risikogruppen - jedes Jahr neu

Zur Vorbeugung kann man sich gegen Grippe impfen lassen. Die beste Zeit dafür ist im Oktober und November. Doch auch zu einem späteren Zeitpunkt ist es sinnvoll, sich noch impfen zu lassen, zumal die Grippewelle oft erst Ende Januar oder im Februar in Deutschland grassiert. Es dauert bis zu 14 Tage, bis sich der Impfschutz aufgebaut hat.

Für Risikogruppen wie ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere und medizinisches Personal empfiehlt die Ständige Impfkommission die Grippeschutzimpfung. Doch nicht jeder schützt sich auch. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) sind die Impfquoten nach wie vor völlig unzureichend. Bei Senioren betrug die Impfquote im Winter 2014/15 nur 36,7 Prozent. Damit wird die Zielvorgabe der Europäischen Union, nach der sich 75 Prozent der Älteren impfen lassen sollen, längst nicht erreicht.

Sich einmal impfen zu lassen reicht nicht aus. Da die Grippeviren sich ändern, muss der Impfstoff jährlich neu angepasst und entwickelt werden. Aus diesem Grund muss die Impfung jährlich aufgefrischt werden.

Eine Erkrankung kann laut RKI aber auch nach einer Impfung nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden. Dennoch ist die Impfung die wichtigste Maßnahme zum Schutz vor einer Grippe-Infektion.

Quellen und weitere Informationen:

Robert Koch Institut (RKI):


Paul-Ehrlich-Institut (PEI):


Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA):

Stand: Februar 2019