Europaweite Notrufnummer 112 - Wie ist der Rettungsdienst in Hessen organisiert?

Unter der europaweiten Notrufnummer 112 kann man in jedem Land der EU Hilfe holen: Den Rettungsdienst, die Feuerwehr und die Polizei. Rettungsdienste kommen nicht nur nach Anruf zu einem Unfall, sie sind auch bei jeder Großveranstaltung vor Ort, um im Notfall Erste Hilfe leisten zu können. Doch wie ist der Rettungsdienst in Hessen organisiert? Und wer kommt für die Kosten auf?

Notrufsaeule Martina Berg - Fotolia.de_.jpg

Notrufsäule

Doch wie ist der Rettungsdienst in Hessen organisiert? Und wer kommt für die Kosten auf?  

Der Rettungsdienst wird unterteilt in Boden-, Luft-, Berg- und Wasserrettung. Die dabei eingesetzten Rettungsmittel sind vor allem Rettungswagen, Rettungshubschrauber, Einsatzfahrzeuge der Bergwacht und Rettungsboote der Wasserwacht.

Rettungsdienst – rund um die Uhr organisiert

Der bodengebundene Rettungsdienst sowie die Berg- und Wasserrettung wird von den Landkreisen und kreisfreien Städten organisiert und durchgeführt, für die Luftrettung ist das Land Hessenzuständig. Sie sorgen dafür, dass an 365 Tagen rund um die Uhr der Rettungsdienst einsatzbereit ist. Die Kosten eines Rettungsdiensteinsatzes trägt die Krankenkasse. 
Das Regierungspräsidium Gießen ist die hessenweit für die Luftrettung und den bodengebundenen Rettungsdienst zuständige Mittelbehörde.
 

Koordination und Durchführung des Rettungsdienstes

In Hessen gibt es rund 240 Rettungswachen und 74 Notarztstandorte mit rund 600 Rettungsfahrzeugen sowie rund 100 Notarzteinsatzfahrzeuge im Einsatz. Außerdem stehen in der Luftrettungdrei Rettungshubschrauber und ein Intensivtransporthubschrauber in Hessen zur Verfügung. Im vergangenen Jahr (2010) haben zirka 3.000 Rettungsassistentinnen und -assistenten, rund 1.500 Rettungssanitäterinnen und -sanitäter sowie etwa 1.200 Notärztinnen und Notärzte insgesamt rund 930.000 Rettungseinsätze und Krankentransporte durchgeführt. 

In jedem Rettungsdienstbereich ist eine Zentrale Leitstelle (Integrierte Leitstelle für den Brandschutz, Katastrophenschutz und Rettungsdienst) eingerichtet, die alle Einsätze des Rettungsdienstes koordiniert und bei der die Notfallmeldung unter der einheitlichen Notrufnummer 112 eingeht.

Rettungsdienst – wer führt ihn durch?

Im Auftrag der Landkreise und kreisfreien Städte wird der Rettungsdienst vor allem von folgenden Hilfsorganisationen durchgeführt:

Zusätzlich gehören dem Rettungsdienst Berufsfeuerwehren und beauftragte Privatunternehmen an.

Wie schnell ist ein Rettungsmittel am Notfallort?

In Hessen gilt die 10-Minuten-Hilfsfrist. Dies bedeutet, dass ein geeignetes Rettungsmittel jeden an einer Straße gelegenen Notfallort in der Regel innerhalb von 10 Minuten erreichen muss.

Ehrenamtlicher Einsatz ist notwendig und unverzichtbar

Bei Großveranstaltungen, ob Sportveranstaltungen, Public Viewing-Events oder Konzerten - wird der Sanitätsdienst vor allem von ehrenamtlichen Mitgliedern der Hilfsorganisationen gewährleistet, die auch bei größeren Rettungsdiensteinsätzen, so genannten Großschadenslagen, die hauptamtlichen Rettungskräfte unterstützen.
Ehrenamtliche sind auch als so genannte Voraushelfer (First-Responder) bei Unfällen im Einsatz. Hierbei leisten sie Erste Hilfe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes am Notfallort.


Notfallausweis – ein Ausweis, der Leben retten kann

Ob ein Notfallpatient an Diabetes leidet oder allergisch auf bestimmte Arzneimittel reagiert, ist ihm nicht anzusehen. Ein Notfallausweis kann hier bei einem Unfall wertvolle Hilfe leisten, da er dem Rettungsdienstpersonal wertvolle Informationen liefert und sie so einen schnellen Überblick über die Besonderheiten des Notfallpatienten erhalten.

Der Europäische Notfallausweis ist kostenlos über die niedergelassenen Arztpraxen erhältlich.

Stand: November 2011