Vorsicht vor mitgebrachten Medikamenten aus dem Urlaub und beim Onlinekauf

Medikamente sind im Ausland oft günstiger als in der heimischen Apotheke - und das auch noch ganz ohne Rezept. Das veranlasst viele, das Kopfschmerzmittel, die Herztabletten oder die Blutdrucksenker aus dem Urlaub mitzubringen - mit unkalkulierbaren Folgen für die Gesundheit. Auch beim Onlinekauf in europäischen Versandapotheken ist Vorsicht geboten. Hilfe bietet ein neues EU-Logo für vertrauenswürdige Apotheken.

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Kapseln, Pillen und Tabletten

Medikamente sind im Ausland oft günstiger als in der heimischen Apotheke - und das auch noch ganz ohne Rezept. Das veranlasst viele, das Kopfschmerzmittel, die Herztabletten oder die Blutdrucksenker aus dem Urlaub mitzubringen - mit unkalkulierbaren Folgen für die Gesundheit. Auch beim Onlinekauf in europäischen Versandapotheken ist Vorsicht geboten. Hilfe bietet ein neues EU-Logo für vertrauenswürdige Apotheken. 

Gefährliche Mitbringsel aus dem Urlaub

Deutsche Urlauber haben Arzneimittel als Mitbringsel aus dem Urlaub entdeckt. Der Grund dafür liegt nahe: Medikamente sind im Ausland meist günstiger zu bekommen, und der Kauf ist problemloser mit weniger Beschränkungen. Das ist für viele Reisende lukrativ und ein Anreiz, sich auch in größeren Mengen mit Arzneimitteln einzudecken und sie nach Deutschland mitzubringen. 

Zur Einfuhr von Arzneimitteln

Beim Kauf von günstigen Medikamenten ist Vorsicht geboten: 

  • Es kann sich um Arzneimittelfälschungen handeln, die die angegebenen Wirkstoffe nicht oder nicht ausreichend enthalten oder sogar gesundheitsschädlich sind. 
  • Die Einfuhr von Arzneimitteln unterliegt den strengen Bestimmungen des deutschen Arzneimittelgesetzes. Damit soll garantiert werden, dass in Deutschland nur Arzneimittel auf den Markt kommen, die für den Verbraucher unbedenklich sind. 
  • Bei der Einreise aus Nicht-EU-Staaten dürfen Reisende nur die Menge an Medizin mit sich führen, die zum persönlichen Bedarf bestimmt ist. 
  • Die Einfuhr im Postversand ist nur über Apotheken erlaubt.
  • Für andere Personen Medikamente entgeltlich mitzubringen, ist verboten. 
  • Die eingeführten Medikamente dürfen auch nicht für gewerbliche Zwecke bestimmt sein.

Medikamente, die Urlaubsreisende regelmäßig benötigen, sollten sie in ihrer Reiseapotheke bei sich führen. Brauchen Reisende im Urlaubsland weitere Arzneimittel, sollten diese nur in offiziellen bzw. als solche erkennbaren Apotheken gekauft werden. Auf offenen Märkten oder in Geschäften könnten gefälschte Präparate verkauft werden, die in der Zusammensetzung und gesundheitlichen Wirkung nicht einschätzbar sind.

Arzneimittel-Betrug aus dem Internet

Auch das World Wide Web ist beim Bezug von Medikamenten eine bedeutende Vertriebsplattform geworden. Doch auch hier nutzen Betrüger die Anonymität, um minderwertige oder gefälschte Arzneimittel zu veräußern. Es handelt sich dabei um Arzneimittel-Betrug. 

Onlinekauf von Arzneimitteln

Das Internet ist der größte nicht regulierte Markt der Welt. Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass eine große Anzahl an Online-Apotheken nicht kontrolliert ist und dass die von ihnen angebotenen Arzneimittel vielfach gefälscht sind. In einem von der EAASM verfassten Bericht heißt es, dass 62 Prozent der online erworbenen Arzneimittel minderwertig oder gefälscht waren.

Sicherheit geht vor beim Onlinekauf von Arzneimitteln:

  1. Kaufen Sie nicht auf Websites, wo Sie Medikamente ohne Rezept bzw. nicht von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMEA) genehmigte Medikamente erwerben können.
  2. Kaufen Sie nichts online, wo nicht auf einen zugelassenen Apotheker verwiesen wird, der Ihre Fragen beantworten kann.
  3. Prüfen Sie die URL der Website durch ihre Eingabe auf: https://www.united-domains.de/whois-suche/ ist sie in Ihrem Land registriert? Es ist illegal, Medikamente zu importieren, die auf ausländischen Websites erworben wurden. Die Risiken sind höher und im Betrugsfall können Sie so gut wie nichts dagegen tun. Auf der Website http://reversewhois.domaintools.com können Sie herausfinden, wie viele Websites jede registrierte Person besitzt. Wenn der Inhaber der betreffenden Website mehrere Websites besitzt und diese ihren Firmensitz im Ausland haben, ist ihr Leistungsangebot möglicherweise nicht für Sie geeignet.
  4. Können Sie Ihre Bestellung auch telefonisch aufgeben? Funktioniert die angegebene Telefonnummer?
  5. Bietet die Website „Mengenrabatte“, „Probepackungen“, „neuartige Heilungsmethoden“ oder „erstaunliche Ergebnisse“? In einem solchen Fall ist noch mehr Vorsicht angebracht - diese Angebote sollen Sie wahrscheinlich zum Kauf auf dieser Website verleiten.
  6. Wenn die Website eine „ärztliche Beratung online“ anbietet, seien Sie sehr vorsichtig. Nicht zugelassene Websites bieten diesen Service häufig an, um den Anschein von Seriosität und Legitimität zu erwecken. Achtung: Sprechen Sie mit einem Arzt, bevor Sie die Arzneimittel das erste Mal einnehmen.

Europaweites Logo für Versandapotheken

Ein europäisches Versandhandelslogo gibt Verbrauchern mehr Sicherheit beim Medikamentenshoppen im Internet. Seit Juli 2015 müssen europäische Versandapotheken mit einem neuen Logo auf ihrer Webseite ihre Seriosität für Verbraucher kenntlich machen. So soll die Echtheit von Online-Apotheken in den EU-Mitgliedstaaten sichergestellt werden. 

Klicken Verbraucher das Logo an, kommen sie laut EU-Verordnung 2011/62/EU direkt zur Website ihrer nationalen Arzneimittelbehörde und können dort prüfen, ob besagte Online-Apotheke zugelassen ist. In Deutschland führt das Deutsche Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) das Register. Sollte die Internetapotheke nicht registriert sein, empfiehlt es sich, den Kauf sofort abzubrechen (Link zu DIMDI siehe „Weitere Informationen“).

Stand: 19.08.2015