Alkohol in der Schwangerschaft - Gift für gesunden Start ins Leben

Alkohol ist ein Zellgift und besonders schädlich für Ungeborene. Schwerwiegende Entwicklungsstörungen sind die Folge. Deshalb sollten werdende Mütter unbedingt auf Alkohol in jeder Form verzichten. Hierbei kommt auch dem Partner eine unterstützende Rolle zu.

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Schwangere lehnt Alkohol ab

Der 9. September ist „Tag des alkoholgeschädigten Kindes“. Aus diesem Anlass weisen Gesundheitsorganisationen wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) darauf hin, dass jedweder Alkoholkonsum in der Schwangerschaft schwerwiegenden Gesundheitsschäden des Kindes verursachen kann.

10.000 geschädigte Kinder pro Jahr

Gegenwärtigen Schätzungen zufolge erleiden mehr als 10.000 ungeborene Kinder das fetale Alkoholsyndrom (FAS), weil ihre oft alkoholabhängigen Mütter während der Schwangerschaft Alkohol getrunken haben. Das FAS wird auch Alkoholembryopathie genannt und bedeutet, dass die betroffenen Kinder oft lebenslang unter körperlichen und geistigen Schäden leiden. Gerade das Gehirn der Embryos ist gegenüber Zellgiften wie Alkohol besonders empfindlich, so dass Gehirn- und Nervenschäden bei betroffenen Kindern häufiger auftreten als körperliche Einschränkungen.

Etwa 3.000 alkoholgeschädigte Kinder pro Jahr haben bei der Geburt schwerste Entwicklungsstörungen und sind meist lebenslang auf Hilfe angewiesen. Weniger starke Einschränkungen, die mit Fetalen Alkoholspektrum-Störungen (FASD) bezeichnet werden, bleiben oft längere Zeit unentdeckt und werden bisweilen erst im Schulalter erkannt. Zudem entwickeln bis zu 40 Prozent der Betroffenen im späteren Lebensalter ebenfalls eine Alkoholabhängigkeit.

Schwangere sollten vollständig auf Alkohol verzichten

Namhafte Organisationen wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) warnen daher, dass jeder Schluck Alkohol, den Schwangere trinken, die wachsenden Organe und insbesondere das Nervensystem des Ungeborenen schädigen. Frauen sollten daher während der Schwangerschaft und auch in der nachfolgenden Stillzeit komplett auf Alkohol in jeglicher Form verzichten, denn Alkohol geht auch in die Muttermilch über.

Beratungsangebote nutzen

„Hilfreich für Schwangere ist dabei die Unterstützung durch den Partner und das Umfeld“, sagt Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA. Um Paare für die Risiken des Konsums von Alkohol in der Schwangerschaft zu sensibilisieren, bietet die BZgA für Schwangere und ihre Partner Informationsmaterialien zur Entstehung und Vermeidung Fetaler Alkoholspektrum-Störungen. Werdenden Mütter, denen es schwerfällt, auf Alkohol zu verzichten, empfiehlt die BzgA das Internetportal IRIS unter www.iris-plattform.de um sich anonym beim Konsumstopp unterstützen zu lassen.

Die DGE empfiehlt, dass nicht nur Schwangere, sondern alle Frauen im gebärfähigen Alter über die schädlichen Wirkungen von Alkohol aufgeklärt werden sollten. Frauenärzte und Ernährungsfachkräfte können diesbezüglich beraten und Informationen bereitstellen. (ack)

Stand: September 2019