Ohne Jod keine Schilddrüsenhormone!

Jod ist ein lebensnotwendiges Spurenelement und muss mit der Nahrung aufgenommen werden. Was es so wichtig für unseren Körper macht, durch welche Lebensmittel wir unseren Jodbedarf decken können und ob Jodsalz negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben kann, erfahren Sie hier.

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umgekippter Salzstreuer liegt auf dem Tisch

Wofür benötigen wir Jod?

Jod gehört zu den lebenswichtigen Spurenelementen, die mit der Nahrung aufgenommen werden müssen. Im Körper ist es für den Aufbau von Schilddrüsenhormonen erforderlich. Diese sorgen für ein normales Wachstum, die Knochenbildung, die Entwicklung des Gehirns und regulieren eine Vielzahl an Stoffwechselprozessen. Außerdem steuern sie Herzrhythmus und Blutdruck.

Welche Lebensmittel enthalten Jod?

Jodreich sind besonders Seefische und Meerestiere. Ansonsten ist der Jodgehalt in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln, ähnlich wie bei Selen, abhängig vom Jodgehalt der Böden und des Tierfutters. Demnach können große Gehaltsschwankungen in den einzelnen Lebensmitteln vorliegen. Bei entsprechender Fütterung der Tiere stellen Eier und Milch ebenfalls gute Jodquellen dar.

Da Deutschland eher jodarme Böden aufweist und als Jodmangelregion gilt, wird im Handel Speisesalz angeboten, das mit dem Mineralstoff angereichert wurde (15 bis 25 Milligramm pro Kilogramm [mg/kg]).

Wieviel Jod brauchen wir eigentlich?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen täglich zwischen 150 und 200 Mikrogramm (µg) Jod aufzunehmen. Je nach Alter und Geschlecht variieren die Empfehlungen . Für Kinder, Schwangere und Stillende gelten ebenfalls gesonderte Werte.

Um diese Mengen zu erreichen, sollte auf den Verzehr jodreicher Lebensmittel geachtet werden:

  • täglich Milch- und Milchprodukte verzehren
  • ein- bis zweimal pro Woche Seefisch verzehren
  • konsequent Jodsalz verwenden
  • Lebensmittel kaufen, bei deren Herstellung Jodsalz verwendet wurde

Vegetarier, Veganer oder Personen, die eine spezielle Diät einhalten und eines der oben genannten Lebensmittel meiden, müssen besonders auf eine ausreichende Jodzufuhr achten.

Was passiert bei einem Mangel?

Anzeichen für eine Unterversorgung können eine trockene Haut, Haarausfall, Gewichtszunahme, depressive Verstimmungen oder Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten sein. Bei einem starken Jodmangel werden nicht mehr ausreichend Schilddrüsenhormone produziert und es kommt zu einer Vergrößerung der Schilddrüse, was auch als „Kropf“ bezeichnet wird. Dieser kann mit bösartigen Veränderungen einhergehen.

Kommt es bei Schwangeren zu einem Jodmangel, kann auch der Fötus im Mutterleid geschädigt werden. Beim sogenannten Kretinismus trägt das Kind geistige Behinderungen und Störungen im Knochenwachstum davon.

Ist die Anreicherung von Speisesalz überhaupt noch notwendig?

Lange Zeit waren in Deutschland die Menschen schlecht mit Jod versorgt.
Ab 1959 gab es jodangereichertes Speisesalz für Personen mit einer Schilddrüsenerkrankung aufgrund eines festgestellten Jodmangels.

Ab 1981 begann die deutschlandweite Jodprophylaxe, um Schilddrüsenerkrankungen zu vermeiden. Fortan erhielt das Jodsalz Einzug in die privaten Haushalte, die Lebensmittelherstellung, die Gastronomie oder die Gemeinschaftsverpflegung.

Durch diese Jodprophylaxe und weil Nutztiere jodiertes Futter bekommen, hat sich die Jodversorgung bei der Bevölkerung deutlich verbessert. Um ein Absinken des Versorgungszustands zu verhindern und weil die natürlicherweise in Lebensmitteln enthaltenen Jodgehalt alleine nicht bedarfsdeckend sind, gilt laut Bundesamt für Risikobewertung (BfR) die Jodprophylaxe weiterhin als sinnvoll.

Ist Jodsalz gesundheitsschädlich?

Studien zeigen, dass durch die Jodprophylaxe weder Schilddrüsenerkrankungen entstehen, noch sich verschlimmern oder es zu Folgeerkrankungen kommt. Die Jodmenge, die dem Speisesalz zugeführt werden darf, ist so gewählt dass es für Gesunde wie Schilddrüsenkranke zu keinem gesundheitlichen Risiko kommen kann. Eine Überdosierung mit Salz ist so gut wie ausgeschlossen. Dass die vorgeschriebenen Mengen im Salz eingehalten werden, kontrolliert die amtliche Lebensmittelüberwachung.

Bei Verzehr von Algen kann es schnell zu einem Jodüberschuss kommen

Algen oder Seetang enthalten viel Jod und kommen gehäuft in der asiatischen Küche vor, zum Beispiel bei der Sushi-Zubereitung. Bei der Verwendung von Algen sollte auf einen sparsamen Umgang geachtet werden. Zum Würzen reichen bereits wenige Schnipsel der Algenblätter.

Die Jodgehalte der Algenarten variieren erheblich und liegen zwischen fünf und 11 000 µg pro Kilogramm Trockengewicht. So reichen bei einigen Algensorten bereits wenige Gramm aus, um den Tagesbedarf an Jod zu decken. Schnell kann so beim Verzehr auch die empfohlene maximale Aufnahmemenge von 500 µg am Tag überschritten werden.

Kommt es zu einem dauerhaften Jodüberschuss, können gesundheitliche Schäden, wie etwa eine Überfunktion der Schilddrüse, die Folge sein. Besonders dann, wenn Personen bereits schlecht mit Jod versorgt sind und ungewohnt hohe Jodmengen aufgenommen werden. Auch Personen, die bereits an Schilddrüsenerkrankungen wie etwas Hashimoto leiden, sollten darauf achten, die Zufuhrempfehlungen nicht zu überschreiten.

Das BfR rät von Algenarten wie Arame, Kombu, Wakame und Hijiki gänzlich ab. Hier reichen bereits ein bis zehn Gramm um die maximale Aufnahmemenge bei weitem zu übersteigen.

Wer nicht auf Sushi und Co. verzichten mag, kann auf Nori-Algen zurückgreifen. Diese Algen umhüllen in der Regel die beliebten Reisröllchen und weisen einen moderaten Jodgehalt (unter 20 mg/kg Trockengewicht) auf. Ein gelegentlicher maßvoller Verzehr gilt daher als vertretbar.

Stand: Dezember 2018