Fluorid – Schutz für die Zähne

Die meisten Menschen kennen Fluorid nur in Zusammenhang mit Zahncreme und Mundhygiene, dabei ist das Spurenelement ein normaler Bestandteil des Körpers. In welchen Lebensmitteln kommt Fluorid vor? Gibt es einen Fluorid-Mangel und was passiert bei einer Überdosierung?

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Mund und Zähne

Wofür benötigen wir Fluorid?

Fluorid verhindert die Entstehung von Karies, indem es die Zahnoberfläche mineralisiert und so die Zähne härter und widerstandsfähiger macht. Zusätzlich hemmt Fluorid das Bakterienwachstum im Mund.

Fluorid trägt auch zur Härtung der Knochen bei und wird deshalb auch zur Prophylaxe bei Osteoporose eingesetzt.

Studien deuten darauf hin, dass ein Mangel an Fluorid in der Schwangerschaft und im ersten Lebensjahr das Wachstum von Säuglingen vermindert.

Welche Lebensmittel enthalten Fluorid?

Fluorid kommt in einigen Schwarztee-Sorten, Mineralwasser, Seefisch, Vollkornprodukten und Speisesalz mit Fluorid-Zusatz vor.

Generell sind aber die Fluoridgehalte in Lebensmitteln eher gering. Grund dafür ist die schlechte Löslichkeit dieses Mineralstoffs aus Böden und Gestein. Dadurch kann das Fluorid nur schlecht in die Lebensmittel übergehen. Deutschland gilt daher als ein Fluoridmangelgebiet.

Kann die Ernährung den Tagesbedarf an Fluorid decken?

Der tägliche Bedarf an Fluorid liegt laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei Erwachsenen je nach Geschlecht zwischen 3,1 und 3,8 Milligramm (mg) pro Tag. Alleine über die Nahrung ist es so gut wie nicht möglich diesen Bedarf zu decken. Im Schnitt werden täglich nur etwa 0,1 bis 0,5 mg über Lebensmittel (ohne fluoridiertes Speisesalz) aufgenommen.

Daher ist die Verwendung einer fluoridhaltigen Zahncreme sowie fluoridierten Speisesalzes oder Fluoridtabletten durchaus sinnvoll als regelmäßige geringfügige Nahrungsergänzung.

In einigen Ländern ist man bereits dazu übergegangen, Trinkwasser mit Fluorid zu versetzen, um die Bevölkerung ausreichend mit dem Spurenelement zu versorgen. Dies hat sich in Deutschland allerdings bisher nicht durchgesetzt, um eine mögliche Überversorgung zu vermeiden.

Was passiert bei einem Mangel?

Es sind keine direkten Fluoridmangelsymptome bekannt. Allerdings fördert die Fluoridzufuhr die Zahngesundheit. Zahnmediziner sehen den Einsatz von Fluorid in Zahnpasta als Schlüssel zum Erfolg im Kampf gegen Karies und für den Zahnerhalt, neben einer Umstellung der Ernährungsgewohnheiten und einer ausreichenden Mundhygiene. Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund-, und Kieferheilkunde rät daher zu fluoridhaltigen Zahncremes.

Gibt es ein Zuviel an Fluorid?

Fluorid kann allerdings einmalig sowie auch über einen längeren Zeitraum (chronisch) überdosiert werden. Symptome wie Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen können Folgeerscheinungen einer einmaligen Überdosis sein. Dagegen verursacht eine leichte chronische Überversorgung weißliche bis bräunliche Flecken auf dem Zahnschmelz (Dentalfluorose). Höhere Gaben über einen längeren Zeitraum können sogar einen Abbau des Zahnschmelzes nach sich ziehen.

Gesundheitsprobleme aufgrund einer überhöhten Zufuhr durch die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz und Fluoridtabletten in der empfohlenen Dosis sind eher unwahrscheinlich.

Dennoch sollte sich, neben der Verwendung einer fluoridhaltigen Zahncreme, auf eine Form der Nahrungsergänzung beschränkt werden – entweder durch fluoridiertes Speisesalz oder Fluoridtabletten.

In Regionen mit einem natürlich hohen Fluoridgehalt im Trinkwasser (>0,7 mg/l), kann sogar gänzlich auf eine zusätzliche Einnahme von Fluorid in Form von Salz oder Tabletten verzichtet werden. Vorausgesetzt es wird regelmäßig verwendet. Der Fluoridgehalt kann beim örtlichen Gesundheitsamt erfragt werden.

Sich mit dem Fluorid aus der Zahncreme zu vergiften, ist so gut wie unmöglich. Erwachsene, die sich zwei- bis dreimal am Tag die Zähne putzen und zusätzlich fluoridiertes Speisesalz verwenden, haben nichts zu befürchten. Denn um einen bedenklichen Grenzwert an Fluorid aufzunehmen, müsste eine 60 Kilogramm schwere Person täglich einige Tuben Zahncreme verspeisen.

Stand: Januar 2019