Diabetes erkennen, verstehen und in den Griff bekommen

Über sechs Millionen Menschen in Deutschland sind Diabetiker. Doch die Zahl der nicht diagnostizierten Diabeteserkrankungen ist erheblich höher. Am 14. November ist Weltdiabetestag - eine gute Gelegenheit, sich über die Krankheit zu informieren. Was sind die Folgen von Diabetes? Was erhöht das Erkrankungsrisiko?

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Finger mit Bluttropfen und Blutzuckermessgerät

Rund acht Prozent der Menschen in Deutschland sind Diabetiker. Doch die Dunkelziffer ist noch erheblich höher, wie die Deutsche Diabetes-Hilfe berichtet: Laut Schätzungen sind über zwei Millionen Personen mit Diabetes nicht diagnostiziert. Weitere drei bis vier Millionen Menschen haben wahrscheinlich unerkannt ein erhöhtes Risiko für die Stoffwechselerkrankung. Laut dem Robert-Koch-Institut kommen jährlich knapp 300 000 Neuerkrankungen hinzu.
Viele sind sich der Bedeutung einer Diabeteserkrankung und der gesundheitlichen Folgen nicht bewusst. 

 
Erfahren Sie, was Sie tun können, um Ihr persönliches Risiko zu vermindern, welche Symptome erste Hinweise auf eine Erkrankung sein könnten oder wie Sie mit der Erkrankung und ihren Folgen besser umgehen können.

Woran erkennt man Diabetes?

Vermehrtes Durstgefühl, Müdigkeit, häufiges Wasserlassen und Gewichtsverlust sind die wichtigsten Symptome.


Aber darunter leiden nur knapp fünf Prozent aller Erkrankten  bei uns. Generell gilt, wenn jemand in erster oder zweiter Generation innerhalb der Familie erkrankt ist, bedeutet dies ein erhöhtes Risiko für einen selbst, so Dr. Michael Eckhard, der ärztliche Leiter des Universitären Diabeteszentrums Mittelhessen(UDZM) im Uniklinikum Gießen/Marburg.


Diabetes mellitus - was ist das?

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselstörung, bei der der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht ist. Deshalb wird sie auch Zuckerkrankheit genannt.

Es gibt drei verschiedene Formen der Erkrankung. Die unterschiedlichen Typen haben unterschiedliche Ursachen:

  • Der Typ-1-Diabetes tritt vor allem in jungen Jahren auf, meistens zwischen dem 11. und 13. Lebensjahr, und wird deshalb auch jugendlicher oder juveniler Diabetes genannt. 
     
  • Beim Typ-2-Diabetes spricht der Körper nicht mehr ausreichend auf das Hormon Insulin an. Dieser Typ - der in Deutschland knapp 90 Prozent der Diabetiker ausmacht - tritt meist erst nach dem 40. Lebensjahr auf und wurde früher als Alterszucker bezeichnet. 
     
  • Als Schwangerschaftsdiabetes wird eine Form der Zuckerkrankheit bezeichnet, die erstmals während einer Schwangerschaft auftritt. Meist verschwindet die Erkrankung nach Ende der Schwangerschaft. Allerdings erkranken diese Frauen später häufiger an Diabetes.
     


Wann ist das Erkrankungsrisiko erhöht?

Übergewicht, Bewegungsmangel und fettreiches Essen erhöhen das Erkrankungsrisiko. Diabetes kann man entsprechend vorbeugen, indem man auf sein Körpergewicht achtet, sich gesund ernährt und ausreichend bewegt.

 
Wie wirken Kohlenhydrate auf den Blutzuckerspiegel?

Zucker, d. h. Kohlenhydrate aus der täglichen Ernährung, stehen im Mittelpunkt der Diättherapie. Sie lassen den Blutzuckerspiegel unterschiedlich stark ansteigen. 

 

Hohes Risiko bei Vorkommen des Metabolischen Syndroms

Der Patient ist besonders gefährdet, wenn mehrere Risikofaktoren gleichzeitig im Rahmen des Metabolischen Syndroms auftreten. Das Metabolische Syndrom bezeichnet zusammengefasst Stoffwechselstörungen - also Adipositas, Fettstoffwechselstörung, Diabetes und Bluthochdruck. Je mehr Faktoren zusammen kommen, desto schlechter ist die Prognose. 


Was sind die Folgen von Diabetes?

Menschen mit Diabetes leiden und sterben meist nicht am erhöhten Blutzucker, sondern an den Folgeerkrankungen.

  • Diabetes verkürzt die Lebensdauer
    Folgeerkrankungen verkürzen das Leben eines jüngeren Typ-2-Diabetikers um durchschnittlich acht Jahre. So ist das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung bei Zuckerkranken um das Zwei- bis Vierfache erhöht, bei Frauen sogar bis um das Sechsfache. 
     
  • Diabetes verursacht Blutgefäßkrankheiten
    Drei Viertel aller Diabetiker sterben an akuten Gefäßverschlüssen, meist an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. 
     
  • Diabetiker leiden an Füßen, Augen und Nieren
    Jeder vierte Diabetiker leidet im Laufe seines Lebens am Diabetischen Fuß-Syndrom. Dieser Begriff umfasst Verletzungen am Fuß bei Patienten mit Diabetes mellitus, die zu Geschwüren führen können und unter Umständen eine Amputation notwendig machen. Auch Nieren- und Nervenerkrankungen werden durch die Stoffwechselstörung begünstigt. Zudem leiden Diabetiker öfter an schweren Augenkrankheiten, da der hohe Blutzucker und begleitende Faktoren wie Bluthochdruck die Nervenzellen der Netzhaut schädigen können.
     


Wie wird Diabetes behandelt?

Die Folgeerkrankungen eines Diabetes lassen sich verhindern oder hinauszögern, wenn der Diabetes richtig behandelt wird. Wichtige Grundlagen der Therapie sind Schulungen des Patienten und eventuell seiner Angehörigen sowie eine geregelte Lebensweise. 
In der Therapie wird nicht nur der Blutzuckerspiegel richtig eingestellt, sondern der ganze Mensch und sein Lebensstil werden mit einbezogen. Das Hauptziel ist dabei, die Folgeerkrankungen zu vermeiden. Für die Patienten gilt es, auf ihre Ernährung und ausreichend Bewegung zu achten, die Tabletten regelmäßig zu nehmen und Blutzuckerwerte regelmäßig zu messen.
Raucherentwöhnung, Blutdruckkontrolle und die Senkung des Cholesterinspiegels können das Risiko für Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich senken.


Wo gibt es weitere Informationen?

Von Ärzten bis Selbsthilfeorganisationen - hier finden Sie zahlreiche Informationen im Internet:


Weltdiabetestag am 14. November

 
Der Weltdiabetestag ist neben dem Welt-AIDS-Tag der zweite offizielle Tag der UN (Vereinten Nationen), der einer Krankheit gewidmet ist. Seit der Festlegung im Dezember 2006 steht jährlich am 14. November die Erkrankung Diabetes mellitus im Mittelpunkt. 

Die Internationale Diabetes-Föderation (IDF) hat für den Welt-Diabetes-Tag 2016 das Motto  "Augen auf den Diabetes". Ziel ist es, die Diagnostik sicherzustellen, damit der Typ-2 Diabetes frühzeitig erkannt wird. Grob sagt man, Typ-2 Diabetes wird rund zehn Jahre zu spät erkannt. Durch eine frühe Erkennung der Krankheit, kann man Folgeschäden leichter verhindern. Seite zum Welt-Diabetes-Tag.

Stand: November 2016