Langsam-Esser werden selten dick

Wir schlingen oft minderwertiges Essen in Windeseile in uns hinein und wundern uns über kurz- und langfristige Folgen wie Magenprobleme und Übergewicht. Dabei möchten die meisten Menschen eigentlich viel lieber mit Genuss und Muße eine leckere Mahlzeit verzehren. Das wäre auch wesentlich gesünder, wie Wissenschaftler herausgefunden haben.

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Dicker Mann ist Fast Food

Senkung der Essgeschwindigkeit hilft Gewicht reduzieren

Diese Behauptung wurde durch eine japanische Beobachtungsstudie mit 60.000 männlichen und weiblichen Diabetikern über 40 Jahren bestätigt. Den Ergebnissen zufolge kann langsameres Essen dabei helfen, so genannten Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und sogar bestimmten Krebsformen vorzubeugen. Diese Krankheiten sind nicht selten Folge von Übergewicht. Zudem hat die Studie gezeigt, dass der Verzicht auf spätabendliche Mahlzeiten und Snacks vor Übergewicht schützen kann.

Kritisch anzumerken ist, dass bei der auf einer Auswertung von Fragebögen basierenden Studie Ursache und Wirkung nicht eindeutig belegt werden konnten. Der Faktor „Essgeschwindigkeit“ beruhte auf der subjektiven Einschätzung der Studienteilnehmer und wurde nicht objektiv ermittelt. Zudem waren Faktoren wie körperliche Aktivität oder Energieaufnahme nicht Gegenstand der Untersuchung.

Was hat Übergewicht mit hastigem Essen zu tun?

Die Antwort ist verblüffend einfach: Wer schneller isst, wird später satt. Das liegt daran, dass das Sättigungsgefühl nicht nur über die Ausdehnung des Magens, sondern auch „im Kopf“ entsteht. Wird die Nahrung bewusst und langsam gekaut und werden die Geschmacksrezeptoren intensiv angeregt, setzt das Sättigungsgefühl früher ein. Gönnen Sie sich eine Pause für Ihre Mahlzeiten und lassen Sie sich Zeit beim Essen. „Schnellesser“ verzehren hingegen mehr – und somit zu viel - obwohl der Nahrungs- beziehungsweise Kalorienbedarf bereits gedeckt ist.

Magenproblemen durch langsames Essen vorbeugen

Folgen des zu schnellen Essens sind nicht selten auch Magenprobleme wie Sodbrennen. Als Sodbrennen bezeichnet man den Rückfluss (Reflux) des mit der Magensäure versetzten Speisebreis in die Speiseröhre, was als unangenehmes Brennen wahrgenommen wird. Ursache von Sodbrennen ist unter anderem, dass durch hastig heruntergeschlungenes Essen die Weiterleitung des Speisebreis im Verdauungssystem erschwert und durch den übervollen Magen dann ein erhöhter Druck auf den Speiseröhrenschließmuskel ausgeübt wird. Dieser hält dem Druck oft nicht Stand, und es kommt zum Reflux. Verstärkt wird dieser Effekt durch Alkohol. Der so genannte „Verdauungsschnaps“ bewirkt also eher das Gegenteil von der erhofften Wirkung. Auch Kaffee und Süßigkeiten können das Entstehen von Sodbrennen begünstigen.

Fazit

  • Essen Sie langsam und mit allen Sinnen. „Langsames, bewusstes Essen fördert den Genuss und das Sättigungsempfinden“, lässt uns die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in ihren 10 Regeln für Ernährung wissen.
  • Das Zitat von Sebastian Kneipp (1821-1879) „Wenn du merkst, du hast gegessen, hast du schon zu viel gegessen“ hat nichts von seiner Gültigkeit verloren. Beenden Sie Ihre Mahlzeit, sobald das Hungergefühl nachlässt.
  • Nehmen Sie Ihre letzte Mahlzeit spätestens zwei Stunden vor dem Zubettgehen zu sich.
  • Verzichten Sie auf spätabendliche Snacks und Süßigkeiten.
  • Alkohol verstärkt die Neigung zu Sodbrennen.

Stand: April 2018