Die größten Irrtümer über den Alkoholabbau

Wer gerne feiert und dabei nicht auf alkoholische Getränke verzichten möchte, hat unter Umständen nach kurzer Zeit einige Promille im Blut. Diese wieder loszuwerden dauert erheblich länger, weshalb wirksame Methoden gefragt sind, die den Blutalkoholspiegel schneller sinken lassen. Doch gibt es die wirklich?

Rollmops Gurken Konfetti S. Hermann F. Richter - Pixabay.gif

Schnapsflasche, Rollmops, Gurken und Konfetti

Wie wird Alkohol vom Körper abgebaut?

Alkohol ist ein Zellgift. Zwar kann der menschliche Organismus Alkohol schnell aufnehmen, aber nur sehr langsam abbauen. Die Leber trägt beim Alkoholabbau die Hauptlast: Über 95 Prozent dieser Entgiftungsarbeit leistet unser „Zentrallabor“, der Rest wird hauptsächlich über Niere und Lunge ausgeschieden. Dieser Abbauprozess dauert seine Zeit: Im Schnitt werden 0,13 bis 0,15 Promille pro Stunde abgebaut.

Nach dem Alkoholgenuss scheidet der Körper vermehrt Flüssigkeit aus. Das liegt daran, dass Alkohol das körpereigene Hormon Vasopressin hemmt, das sonst das Wasser im Körper zurückhält. Mit der Ausscheidung von Flüssigkeit (Schweiß, Urin) verliert der Organismus aber auch Mineralstoffe, was Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen verursachen kann.

Macht ein „Katerfrühstück“ wieder fit?

Kaffee macht aufgrund des enthaltenen Koffein zwar wach, aber nicht nüchtern. Den Alkoholabbau kann man damit weder fördern noch beschleunigen.

Ein deftiges Katerfrühstück beschleunigt ebenfalls nicht den Alkoholabbau. Aber nach einer feucht-fröhlichen Feier schmecken beispielsweise Rollmops, Rührei mit Speck oder Vollkornbrot mit einem herzhaften Belag nicht nur gut, sondern versorgen den Körper mit Mineralstoffen, Spurenelementen und vielen Vitaminen. Auch rohes Obst, Quark- und Joghurtspeisen machen nicht nur satt, sondern bringen den Körper mit reichlich Vitamin B1, Vitamin C, Calcium und Eisen wieder in Schwung.

Hilft Bier gegen Brummschädel?

Manchmal wird behauptet, dass ein „Konterbier“ am Morgen den Kater lindern soll. Das stimmt aber nur in der Theorie. Hintergrund: Der Kopfschmerz setzt ein, wenn der Alkoholspiegel im Blut nach der Party sinkt und ist am heftigsten, wenn der Pegel wieder auf null gesunken ist. Mit einem Konterbier ließe sich zwar der Schmerz theoretisch hinauszögern, aber weder verhindern noch reduzieren. Das Bier hilft also nicht wirklich und ist außerdem aus gesundheitlichen Gründen abzulehnen, da es die Alkoholbelastung von Leber und Gehirn nur weiter erhöht.

Kalte Dusche - klarer Kopf?

Eine kalte Dusche nach einer durchzechten Nacht verhilft vielleicht zu einem besseren Befinden, der Alkoholgehalt im Blut verändert sich dadurch jedoch nicht.

Kann man Alkohol ausschwitzen?

Wiederum ein Nein. Es ist ein Irrtum, dass Alkohol über den Schweiß ausgeschieden werden kann. Wenn Alkohol im Blut ist, wird er zum größten Teil von der Leber abgebaut, ein geringer Teil kann über die Atemluft und die Nieren den Körper verlassen.

Und was ist mit Schlaf?

Zwar setzen im Schlafzustand zahlreiche Reparaturmechanismen des Körpers ein, aber der Alkoholabbau geht im Schlaf nicht schneller vonstatten als im Wachzustand.

Fazit

Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Alkohol vom Körper in immer gleichbleibender Geschwindigkeit abgebaut wird. Auch vermeintliche Hausmittelchen oder eine kalte Dusche können den Alkoholabbau nicht beschleunigen. Und je mehr Alkohol im Blut ist, desto länger dauert es, bis er wieder abgebaut wird. Neben der Alkoholmenge haben auch Geschlecht, Alter, Körpergewicht und genossene Speisen Einfluss auf den Alkoholabbau.

Wer am Abend getrunken hat, sollte auch am folgenden Morgen wegen des eventuell noch vorhandenen Restalkohols im Blut sein Auto stehen lassen. Aus diesem Grund sollten auch alle anderen Tätigkeiten unterbleiben, die hohe Aufmerksamkeit und gutes Reaktionsvermögen erfordern. (ack)

Stand: Februar 2020