Corona-Lockdown: Mit der Vorratsdose ins Restaurant

Die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben Auswirkungen auf die hessische Gastronomie. Viele Gastronomen sind dazu übergegangen, ihr Speiseangebot „to go“ anzubieten. Gäste unterstützen ihre örtlichen Restaurants und Imbissanbieter dabei, die Pandemie zu überstehen. Wäre da nicht das Problem, wie der Weg aus der Küche auf den heimischen Esstisch zu überbrücken ist.

RS10354_Vorratsdosen aus Kunststoff © UMA - Fotolia.com_.jpg

Vorratsdosen Lebensmittel mit Deckel in unterschiedlichen Farben

Wer regelmäßig „to go“-Angebote auf seinem Essensplan stehen hat, wird sicherlich schon die Verpackungsflut in seiner Wertstofftonne wahrgenommen haben. Dass dies nicht sein muss, spricht Umwelt-Ministerin Priska Hinz an: „Auch während der Corona-Pandemie mit all ihren Einschränkungen ist es sinnvoll, Verpackungsabfälle zu reduzieren und unsere Umwelt zu entlasten. Vor allem Einweg-Plastikverpackungen kommen leider aktuell vermehrt zum Einsatz, um Lebensmittel "to go" anbieten zu können“.

Verpackungsmengen im Abfall steuern Rekordhoch an

Sowohl im ersten als auch im zweiten Lockdown 2020 ist das Gesamtaufkommen an Verpackungen deutlich angestiegen. Nach dem Ende der Kontakt-Beschränkungen fiel die Menge auf ihr übliches Niveau zurück. Dies lässt darauf schließen, dass sich die veränderten Konsumgewohnheiten während eines Lockdowns direkt auf die Zahl an gebrauchten Verpackungen auswirkt.  Bundesweit ist die Menge an Leichtverpackungen aus Kunststoffen, Metallen und Verbundmaterialien um knapp sechs Prozent gestiegen. Rund 30 Kilo Abfallmenge pro Person an Leichtverpackungen werden von den Bundesbürgern durchschnittlich pro Jahr verursacht.

Diese Leichtverpackungen sind es, die zumeist als Transportgebinde für „to go“ erworbene Speisen verwendet werden.
Dazu zählen:

  • Flaschen, Becher und Folien aus Kunststoff
  • Getränketüten und Getränkekartons (Tetrapacks)
  • Verpackungen aus Verbundstoffen, das heißt unterschiedliche Materialien werden in der Verpackung fest zusammengebracht
  • Dosen aus Weißblech
  • Menüschalen aus Styropor mit Deckel aus Aluminium oder Kunststoff

Eigene Behältnisse sind für den Transport nach Hause geeignet

Dabei spricht eigentlich nichts dagegen Speisen in mitgebrachten Behältnissen nach Hause zu tragen. Um dem steigenden Abfallaufkommen entgegenzuwirken, weist die Ministerin darauf hin, dass auch unter Corona-Bedingungen eigene Transportbehältnisse benutzt werden können. Dazu zählen auch vom Lebensmitteleinzelhandel, der Gastronomie oder Großküchen angebotene Mehrwegbehältnisse für den Einkauf von Lebensmitteln und zubereiteten Speisen. „Mit unseren aktualisierten Handlungsempfehlungen zum Umgang mit kundeneigenen Behältnissen auch in Zeiten der Corona-Pandemie möchten wir Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Händler und Gastronomen ermutigen, auf diese Weise wertvolle Ressourcen zu schonen“, so Hinz weiter. Unter Einhaltung der Hygienebedingungen stellt die Nutzung von Mehrwegbehältnissen kein Risiko für Infektionen mit COVID-19 dar.

Hygiene steht im Vordergrund

Wichtig ist nur, dass beim Abholen mit Sorgfalt auf die Einhaltung einiger Transportregeln geachtet wird.

Das Lebensmittelrecht gibt vor, dass Lebensmittelunternehmen für die Einhaltung der Hygienevorschriften so lange verantwortlich sind, bis die Speisen an die Verbraucher abgegeben werden. Die mitgebrachten Behältnisse dürfen sich weder auf die Hygiene des Restaurants oder des Imbissanbieters noch auf die Speisen selbst negativ auswirken.

  • Die geltenden Hygieneregeln wie Händewaschen und Abstandhalten sind zu beachten.
  • Verbraucherinnen und Verbraucher sind für die Eignung und die Sauberkeit der mitgebrachten Behältnisse verantwortlich.
  • Deckel von Boxen oder Bechern sind selbst abzunehmen.
  • Die Behältnisse sollten aus geeigneten, leicht zu reinigenden, glatten Materialien ( Edelstahl, Kunststoff, bruchsicheres Glas) bestehen.
  • Die Hygienevorschriften und Regeln zur Übergabe vor Ort sind zu beachten.

Hessen setzt auf Abfallvermeidung

In der Hessischen Plastikvermeidungsstrategie hat das Umweltministerium viele weitere Maßnahmen verankert, mit denen überflüssiges Plastik reduziert und die negativen Umweltauswirkungen von Plastik auf die Umwelt vermindert werden können. So werden zum Beispiel praktische Informationen und Tipps rund um das Thema Plastikvermeidung im Alltag zur Verfügung gestellt. Das Projekt „Plastik sparen – beim Einkauf und unterwegs“ der Verbraucherzentrale Hessen wird vom Umweltministerium gefördert.

Bis jetzt haben sich hessenweit mehr als 100 Unternehmen mit rund 850 Filialen der Initiative „BecherBonus“ angeschlossen. Cafébesitzer und Bäckereifilialen gewähren im Rahmen von „BecherBonus“ mindestens 10 Cent Rabatt auf Warmgetränke, wenn die Kunden Mehrwegbecher nutzen. Eine aktuelle Liste der teilnehmenden Geschäfte ist auf den Seiten der Nachhaltigkeitsstrategie Hessen zu finden. (Eck)

Stand Dezember 2020