Clean Eating – Neuer Ernährungstrend oder „kalter Kaffee“?

Die Ernährungsbranche ist erfindungsreich wenn es um die Schaffung neuer Begrifflichkeiten für Althergebrachtes geht. Trifft das auch auf den gut klingenden Trend „Clean Eating“ zu? Was verbirgt sich hinter diesem Ernährungsprinzip?

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Frau isst Weintrauben

Was bedeutet Clean Eating?

Der Begriff Clean Eating weckt Assoziationen wie „Frische“, „Leichtigkeit“, „Sauberkeit“ – auf jeden Fall hört er sich sehr nach einem modernen Ernährungskonzept an. Dabei existiert er bereits seit rund 20 Jahren in den USA. Dahinter verbirgt sich zunächst einmal das Konzept, möglichst naturbelassene Lebensmittel zu essen und Convenience-Produkte sowie Fast-Food vom Speiseplan zu streichen.

Aber auch andere stark verarbeitete Nahrungsmittel wie Industriezucker oder Weißmehl(-produkte) sowie Farb-, Konservierungs- und Zusatzstoffe und Alkohol sollen gemieden werden. Zu bevorzugen sind regionale, saisonale, pflanzliche und tierische Erzeugnisse aus biologischer Produktion. Auch der Verzehr von Vollkornprodukten und so genanntem Superfood  wird ebenso empfohlen wie auf Plastikverpackungen zu verzichten.

Nicht nur die Auswahl der Produkte, sondern auch die Ernährungs- beziehungsweise Lebensweise ist Teil der Clean Eating-Philosophie. So lautet die Empfehlung, jeden Tag ausgiebig zu frühstücken sowie regelmäßig sechs kleinere, über den Tag verteilte Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Ob die propagierten sechs Mahlzeiten – insbesondere für Berufstätige - praktikabel sind, mag jeder für sich entscheiden. Es gibt kein Dogma, man befolgt, was man befolgen möchte.

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Die Clean Eating-Idee unterscheidet sich in vielen Bereichen kaum von den Empfehlungen der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) oder der an der Universität Gießen zwischen den späten 1970er und frühen 1980er Jahren entwickelten Vollwerternährung . Insofern ist Clean Eating also nichts wirklich Neues, wie die aktuellen zehn Regeln der DGE zeigen:

  1. Lebensmittelvielfalt genießen
  2. Gemüse und Obst – nimm „5 am Tag“
  3. Vollkorn wählen
  4. Mit tierischen Lebensmitteln die Auswahl ergänzen
  5. Gesundheitsfördernde Fette nutzen
  6. Zucker und Salz einsparen
  7. Am besten Wasser trinken
  8. Schonend zubereiten
  9. Achtsam essen und genießen
  10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben

Fazit

Der aus Amerika stammende Trend Clean Eating ist im Grunde nichts anderes als sich von einer gesunden, ausgewogenen Mischkost zu ernähren. Die Methode lehnt Fertigprodukte ab und bevorzugt  frische und selbst gekochte Nahrung. Die „Do’s & Don’ts“  stimmen weitgehend mit den zehn Regeln der DGE überein und orientieren sich an der Vollwert-Ernährung. Der Begriff Clean Eating hat aber nicht deren „Sandalen- und Latzhosenträger-Image“ sondern steht für zeitgemäßen Genuss, Vitalität und Fitness. Somit mag sich der eine oder die andere eher angesprochen fühlen oder sich leichter mit der Philosophie identifizieren – der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel. Clean Eating hat keine besonderen Risiken und Nebenwirkungen und eignet sich daher für alle, die bei der Auswahl ihrer Lebensmittel auf Qualität, Frische und Natürlichkeit Wert legen.

Stand: April 2018