Checkliste: Überprüfen Sie Ihr Diätprogramm

"Ohne zu hungern erfolgreich abnehmen" - Wer ein paar Kilos zuviel Körpergewicht hat, möchte gerne solchen Werbeaussagen von Diätprogrammen glauben. Wie seriös sind solche Angaben? Eine Checkliste der Verbraucherzentrale Hessen informiert Sie darüber, worauf bei der Beurteilung von Diätprogrammen zu achten ist.

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Hantel, Apfel und Maßband

Wer abnehmen möchte, findet Werbeaussagen wie "in 3 Tagen 3 kg abnehmen", "Abnehmen durch Ultraschall" oder "Gewichtsverlust ohne zu Hungern". Häufig werden solche Behandlungen auch als erprobte und zuverlässig funktionierende Methode angepriesen. Was ist von solchen Diätprogrammen oder Schlankheitsstudios zu halten?

Die Verbraucherzentrale Hessen  stellt eine Checkliste vor, die Sie dabei unterstützt, Werbe- und Garantieversprechen von Anbietern zu durchschauen und Angebote auf Seriosität und Erfolgsaussichten zu begutachten.

Um nicht nur kurzfristig, sondern langfristig Gewicht abzunehmen und dann auch das Körpergewicht beizubehalten, gelingt nach Angaben der Verbraucherzentrale Hessen nur mit alltagstauglichen Veränderungen beim Ess- und Trinkverhalten und einem aktiveren Lebensstil.

Um dauerhaft erfolgreich Gewicht zu verlieren, gehören folgende Maßnahmen dazu:

  • eine gesunde, ausgewogene Ernährung,
  • täglich 1,5 – 2 Liter kalorienfreie oder -arme Getränke, wie Wasser, ungesüßte Tees und Fruchtsaftschorlen,
  • regelmäßige Bewegung
  • genügend Entspannungsphasen und
  • ausreichend Schlaf.
     

Wann können Diätprogramme unseriös sein?

Die Verbraucherzentrale Hessen hat eine Checkliste zur Überprüfung eines Diätprogrammes erstellt. Wenn auf ein Diätprogramm eine oder mehrere der folgenden Aussagen zutreffen, sollte von dem Programm Abstand genommen werden. Nachfolgend ein Auszug der wesentlichen

  • Unrealistische Erfolgsgarantien
    „In 6 Tagen garantiert 7 Kilo abnehmen"  - Solche Versprechen und Erfolgsgarantien sind unrealistisch und deshalb unseriös. Ziel einer Diät sollte nicht das schnelle Abnehmen sein. Maximal 500 Gramm pro Woche zu verlieren ist sinnvoller, um langfristig das Gewicht halten zu können.
     
  • Versprechen über gezielte Reduktion von Fett und Cellulite an bestimmten Körperstellen
    Es kann niemand garantieren, dass mit einem speziellen Behandlungsverfahren oder einer bestimmten Diät nur an bestimmten „Problemzonen“ wie Po oder Oberschenkeln abgenommen wird. 
     
  • Unverständlicher Programmablauf
    Ein Diätprogramm besteht aus mehreren Abschnitten wie Abnehm-, Übergangs- und Nachbetreuungsphase. Diese sollten verständlich und nachvollziehbar gegliedert sein und erläutert werden. Empfehlenswerte Programme beinhalten auch ein Bewegungs- und Verhaltenstraining, eine psychologische Betreuung sowie eine Ernährungsberatung. Ausführliche schriftliche Informationen sollten Sie auch erhalten.
     
  • Keine ärztliche Untersuchung
    Seriöse Anbieter erfragen vor der Aufnahme eines Teilnehmers in ein Diätprogramm dessen Gesundheitsstatus um sicher zu stellen,  dass keine gesundheitlichen Bedenken bestehen. Dabei prüfen sie auch, ob eine Gewichtsreduktion überhaupt notwendig ist. Voraussetzung für eine Teilnahme sollte deshalb eine ärztliche Untersuchung, zum Beispiel durch den Hausarzt, sein. 
     
  • Unklare Qualifikation des betreuenden Personals
    Auf die Qualifikation des betreuenden Personals ist zu achten. Ausgebildete Fachkräfte zum Thema "gesunde Ernährung" sind Ernährungswissenschaftler (Ökotrophologen), Diätassistenten und Ärzte, die sich auf Ernährung spezialisiert haben. Die Bezeichnung „Ernährungsberater/in“ ist ein nicht
    geschützter Begriff, so dass sich jeder so nennen kann.
     
  • Im Mittelpunkt seht ein Schlankheitspräparat
    Mittelpunkt eines Diätprogrammes sollte kein Präparat (zum Beispiel ein Nahrungsersatz- oder Nahrungsergänzungsmittel) sein. Im Vordergrund sollte der sinnvolle Umgang mit Lebensmitteln stehen und ein verändertes Essverhalten trainiert werden, das sich auf Dauer durchhalten und im Alltag praktizieren lässt.
     
  • Behanldung mit einem bestimmten Medikament oder einem Spezialverfahren
    Die Einnahme von Arzneimitteln oder die Behandlung mit einem medizinischen Spezialverfahren sollte grundsätzlich vor Vertragsabschluss mit dem Hausarzt besprochen werden, um gesundheitliche Risiken auszuschließen.
     
  • Keine Ursachenermittlung des Übergewichts
    Zu einem Programms zur Gewichtsabnahme sollte auch das Erkennen der individuellen Ursachen für das Übergewicht gehören und die Entwicklung von Maßnahmen, das Übergewicht abzustellen. Die Ursachen herausfinden kann man mit so genannten Ernährungsprotokollen oder -tagebüchern. Zudem sollte gemeinsam erforscht werden, welche weiteren Faktoren wie Kummer, Heißhungerphasen usw. das Essverhalten beeinflussen.
     
  • Bewegung ist unwichtig.
    Die Bedeutung von Bewegung im Rahmen des Abnehmprogramms sollte erläutert werden. Am besten ist es, wenn ein begleitendes Bewegungsprogramm durchgeführt wird.
     
  • Die täglichen Energiezufuhr beträgt weniger als 1.000 Kilokalorien (kcal).
    Diätprogramme mit weniger als 1.000 kcal pro Tag werden erfahrungsgemäß kaum durchgehalten. Aufgrund der geringen Energiezufuhr kommt es erfahrungsgemäß zu Hungerattacken, die dann Fressanfälle auslösen. Folglich sind Crash- und Blitzdiäten mit extrem niedrigen Lebensmittelmengen und einseitiger Lebensmittelauswahl nicht zu empfehlen. Die Speisepläne sollten auch alltagstauglich sein, kein Extra-Kochen für die
    Familie erfordern und ohne komplizierte, aufwändige Rezepturen auskommen. Alle Lebensmittel dürfen gegessen werden.
     
  • Nachbetreuung nicht vorgesehen
    Ein Diätprogramm hat meist nur dann langfristig Erfolg, wenn nach dem Ende des Programms noch eine Nachbetreuung für mindestens sechs Monate stattfindet. Dadurch ist gewährleistet, dass auftauchende Fragen und Probleme geklärt werden können, um damit Rückfälle zu vermeiden.
     
  • Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt nicht – Fußangeln im Vertrag.
    Vor Vertragsabschluss sind die angebotenen Leistungen mit den anfallenden Kosten zu ermitteln und gegeneinander abzuwägen. Eine präzise Kostenaufstellung ist somit nötig. 
     
  • Keine Kostenerstattung durch die Krankenkasse.
    Vor Kursbeginn bzw. Anmeldung sollte bei der Krankenkasse nachgefragt werden, ob ein Teil der Kursgebühren übernommen wird. Denn nur bei qualitativ hochwertigen Programmen mit qualifizierter Beratung erstatten die Krankenkassen einen Teil der Kurskosten im Rahmen ihrer Präventionsmaßnahmen.
     

Quelle: Verbraucherzentrale Hessen

Stand: Februar 2019